Politik

Rekruten: Männer bis 50 Jahre London: Russland bildet neuen Großverband

Ein neues Armeekorps soll nach erheblichen russischen Verlusten mehr Soldaten in die Ukraine bringen.

Ein neues Armeekorps soll nach erheblichen russischen Verlusten mehr Soldaten in die Ukraine bringen.

(Foto: dpa)

Um die Offensive im Donbass zu stärken, will Russland ein neues Armeekorps auf die Beine stellen, berichten britische Geheimdienste. Die "3AC" soll ihr Hauptquartier demnach östlich von Moskau beziehen. Die Kämpfer sollen direkt aus neu formierten Freiwilligen-Bataillonen zusammengezogen werden.

Nach Einschätzung britischer Geheimdienste soll Russland zur Stärkung seiner Offensive in der Ukraine Freiwillige für ein neues Armeekorps rekrutieren. Den Rekruten - Männern bis zum Alter von 50 Jahren und mit mittlerem Schulabschluss - würden lukrative Boni angeboten, hieß es in einem Update des britischen Verteidigungsministeriums. Dabei plant Moskau offenbar einen großen Teil der Kämpfer aus neu formierten Freiwilligen-Bataillonen zusammenzustellen.

Hauptquartier der neuen Einheit, die von den Briten als "3rd Army Corps (3AC)" bezeichnet wird, soll Mulino, eine Siedlung im Gebiet Nischni Nowgorod östlich von Moskau, sein. Es sei allerdings unwahrscheinlich, dass es den Ukraine-Krieg entscheidend beeinflussen werde, hieß es weiter aus London. Denn es werde den Russen voraussichtlich nicht gelingen, das neue Korps auf die übliche Truppenstärke von 15.000 bis 20.000 zu bringen. Denn die Motivation in der Bevölkerung, in den Krieg gegen die Ukraine zu ziehen, sei gering.

Der britische Geheimdienst hat bereits zuvor von der verheerenden Personalnot in den russischen Truppen berichtet. Demnach wurden Frontlinien in der Ostukraine mit Wagner-Söldner-Truppen wieder aufgefüllt. Außerdem gibt es landesweit Aufrufe, sich den russischen Truppen anzuschließen. Etwa in Konakowo, wo mit Bezahlungen bis zu 6800 Euro gelockt wird.

Nach erheblichen Verlusten kämpfen die Russen in der Ukraine derzeit einerseits daran, ihre Offensive im Donbass weiter voranzutreiben und andererseits ukrainische Gegenangriffe im Süden abzuwehren. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine Ende Februar veröffentlicht die britische Regierung regelmäßig Geheimdienstinformationen zu dessen Verlauf. Moskau wirft London eine gezielte Desinformationskampagne vor.

Quelle: ntv.de, ysc/dpa

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