Politik

"Bin keine Drückebergerin" May will 2022 erneut kandidieren

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Seit der Schlappe bei den Neuwahlen gilt May als angeschlagen.

(Foto: REUTERS)

Die Tage von Großbritanniens Regierungschefin May gelten als gezählt - seit den vorgezogenen Neuwahlen hat sie ihren Rückhalt in der Partei verloren. Nun überrascht die Premierministerin mit der Ankündigung, auch 2022 bei den Wahlen antreten zu wollen.

Die britische Premierministerin Theresa May hat Spekulationen über einen Rücktritt vor Ende der laufenden Wahlperiode zurückgewiesen. "Ich bin keine Drückebergerin", so May gegenüber ITV. Sie wolle auch bei der nächsten regulären Parlamentswahl im Jahr 2022 wieder antreten, sagte sie der BBC während eines Besuchs im japanischen Kyoto. "Ich bin für die lange Frist da."

Ihre Regierung werde nicht nur den Ausstieg aus der EU bewerkstelligen sondern auch eine bessere Zukunft für das Vereinigte Königreich herbeiführen, sagte die 60-Jährige. Viele Parteifreunde Mays dürften angesichts des selbstbewussten Auftretens der Premierministerin die Stirn runzeln. Sie gilt seit der vorgezogenen Parlamentswahl im Juni als angezählt. Viele Beobachter zweifeln daran, dass sie über den EU-Austritt Großbritanniens im März 2019 hinaus noch eine Zukunft als Regierungschefin hat.

May hatte zuletzt bei vorgezogenen Neuwahlen die Mehrheit verloren, obwohl sie eigentlich ihre Position stärken und sich ein klares Mandat für die komplexen Brexit-Verhandlungen sichern wollte. Die Regierungschefin hatte die Wahl ohne Not ausgerufen, weil sie auf einen erdrutschartigen Sieg hoffte.

Stattdessen verloren die Konservativen ihre Mehrheit. Mays Regierung ist nun auf die Unterstützung der umstrittenen nordirisch-protestantischen DUP (Democratic Unionist Party) angewiesen. May sagte der BBC, sie wolle erreichen, dass Großbritannien seinen Platz in der Welt habe, dass es weltweit Handel treiben könne und dass die Ungleichheiten im Land beseitigt würden. Großbritannien solle in der Zukunft "stärker, internationaler aber auch gerechter" sein.

Mays Regierung steht unter dem Druck, bei den Verhandlungen über den EU-Austritt möglichst viel für die Briten herauszuholen. Die EU hat jedoch klargestellt, dass sie Großbritannien keine Geschenke machen wird. In Brüssel endet die dritte Verhandlungsrunde zum Brexit, der für März 2019 geplant ist. Zum Auftakt der Gespräche am Montag hatte sich die EU besorgt über die unklare Position Londons zu wesentlichen Fragen des EU-Austritts gezeigt.

Quelle: n-tv.de, jgu/AFP/dpa/rts

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