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"Schweine haben keinen Glauben" Medwedew beleidigt Baerbock und Kiew

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Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew nutzt seinen Telegram-Kanal des Öfteren für Tiraden gegen den Westen.

(Foto: IMAGO/ITAR-TASS)

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Der russische Ex-Präsident Medwedew ist für seine Verbalausfälle bekannt - nun hat er einen neuen Anlass zum Hetzen gegen den Westen und die Ukraine für sich gefunden. Wegen der abgelehnten Waffenruhe teilt er auch gegen die deutsche Außenministerin aus.

Nach Kiews Ablehnung der von Kremlchef Wladimir Putin angeordneten Feuerpause zur orthodoxen Weihnacht hat Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew die ukrainischen Politiker beschimpft. "Schweine haben keinen Glauben oder ein angeborenes Dankbarkeitsgefühl. Sie verstehen nur rohe Gewalt und fordern von ihren Herren quiekend Fressen", schrieb der Vizechef des russischen Sicherheitsrats in seinem Telegram-Kanal. Auch über Deutschlands Außenministerin Annalena Baerbock zog der 57-Jährige in dem Zusammenhang her.

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(Foto: Telegram)

Laut Medwedew hat die russische Führung den Ukrainern die "Hand christlicher Nächstenliebe" ausgestreckt. Diese sei ausgeschlagen worden, auch weil der Westen den Weihnachtsfrieden nicht zugelassen habe. "Selbst das ungebildete Weib Baerbock und eine Reihe weiterer Aufseher im europäischen Schweinestall haben es geschafft, über die Unzulässigkeit einer Waffenruhe zu meckern", schrieb Medwedew. Der einst als verhältnismäßig liberal geltende Politiker versucht sich seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine mit seinen Äußerungen als Hardliner gegenüber dem Westen zu profilieren.

Putin hatte am Donnerstag eine 36-stündige Waffenruhe angeordnet, die von Freitagmittag bis Samstag Mitternacht gelten soll - die Zeit des orthodoxen Weihnachtsfestes. Es ist das erste Mal, dass Moskau eine solche Waffenruhe für die ganze Front initiiert. Bisher waren Feuerpausen lokal begrenzt, beispielsweise zum Austausch von Gefangenen. Kiew die Forderungen nach der Feuerpause als "Heuchelei" zurückgewiesen.

ISW: Versuch, Ruf der Ukraine zu schädigen

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Baerbock kritisierte die Feuerpause als unzureichend und forderte einen Rückzug Russlands, um Frieden zu erzielen. Nach Einschätzung des US-Thinktanks Institute for the Study of War (ISW) verfolgt Putin mit dem Vorschlag wahrscheinlich das Ziel, den Ruf der Ukraine zu schädigen. Eine Feuerpause böte den russischen Truppen demnach nicht nur die Chance, sich neu zu gruppieren, sie würde der Ukraine laut ISW auch die Initiative nehmen.

"Putin kann nicht erwarten, dass die Ukraine die Bedingungen dieses plötzlich erklärten Waffenstillstands einhält, möglicherweise hat er den Waffenstillstand nur gefordert, um die Ukraine als nicht entgegenkommend und nicht verhandlungsbereit darzustellen", heißt es laut Bericht. Eine Waffenruhe zum orthodoxen Ostern im vergangenen Jahr hatte der Kreml noch abgelehnt.

Quelle: ntv.de, jug/dpa

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