Politik

Schnelle Reform angekündigt Mehr Studierende sollen Bafög bekommen

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Von gut 2,8 Millionen Studierenden beziehen dem Bericht zufolge lediglich 321.000 Bafög.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Studieren ist in Deutschland zunehmend vom Geldbeutel abhängig, wie der Bafög-Bericht zeigt: Nicht mal jeder fünfte antragsberechtigte Studierende erhält Förderung. Bildungsministerin Stark-Watzinger kündigt eine schnelle Bafög-Reform an - unter anderem eine "Starthilfe" für Studienanfänger aus ärmeren Familien.

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger von der FDP hat eine zügige Reform des Bafög angekündigt. Die Ausbildungsförderung solle flexibler werden und besser zur Realität der Studierenden passen, sagte die FDP-Politikerin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Die Förderzeiten werden länger, Wechsel des Studienfachs sollen leichter möglich sein, die Altersgrenzen werden angehoben", sagte die Ministerin. Zudem sollen die Fördersätze erhöht und die Freibeträge angehoben werden, damit mehr Studierende Anspruch auf Bafög haben.

Stark-Watzinger will Studienanfänger aus ärmeren Familien besonders fördern: "Um Studierende aus sozial schwachen Familien stärker zu unterstützen, werden wir Starthilfepakete im Umfang von bis zu 1500 Euro einführen." Hohe Kosten für ein Laptop oder andere nötige Anschaffungen zum Studienstart dürften keine Hürde für ein Studium sein.

In einem zweiten Schritt solle das Bafög elternunabhängiger werden, so die Ministerin. "Nicht das Einkommen der Eltern soll künftig entscheidend sein", sagte sie den Funke-Zeitungen. Unabhängig von der finanziellen Lage der Familie sollen Studierende demnach künftig die Kindergrundsicherung direkt ausgezahlt bekommen.

Nur 1,75 Millionen Studierende antragsberechtigt

An diesem Mittwoch befasst sich das Bundeskabinett mit dem neuen Bafög-Bericht. Der Bericht zeige, dass die Zahl der Anspruchsberechtigten und die Zahl der Geförderten weiter gesunken sei, sagte Stark-Watzinger den Zeitungen. Von insgesamt gut 2,8 Millionen Studentinnen und Studenten bezogen dem Bericht zufolge lediglich 321.000 Bafög. Nur 1,75 Millionen Studierende seien überhaupt antragsberechtigt gewesen, hieß es. Die übrigen hätten etwa die Regelstudienzeit überschritten, seien zu alt oder studierten in Teilzeit.

"Zuletzt wurden nur noch 18,5 Prozent der Anspruchsberechtigten gefördert, das ist knapp jeder Fünfte", sagte Stark-Watzinger. Mit Blick auf die Gesamtzahl der Studierenden sei das bitter. Laut "Handelsblatt" seien es 2010 noch mehr als 27 Prozent gewesen. Unter den Fachhochschul-Studierenden seien es sogar nur 15 Prozent. "Ich möchte dem Bafög deshalb so schnell wie möglich einen Schub geben", sagte die Ministerin.

Quelle: ntv.de, joh/AFP

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