Politik

RTL/ntv-Trendbarometer Mehrheit für Impfpflicht, aber nicht für Lockdown

Anders als noch im August spricht sich mittlerweile eine Mehrheit der Bundesbürger für eine allgemeine Impfpflicht aus. Auch Maßnahmen wie 2G finden Zustimmung. Anders sieht es bei einer Ausgangssperre für alle aus oder bei einem Lockdown wie Ende 2020.

Die Zustimmung zu einer allgemeinen Impfpflicht in Deutschland wächst laut dem RTL/ntv-Trendbarometer weiter. Sprachen sich Anfang August noch 63 Prozent für eine freiwillige Impfung aus und nur 34 Prozent für eine Impfpflicht für alle Bürger, haben sich diese Werte inzwischen umgekehrt. Laut der Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa sind jetzt 64 Prozent für eine Impfpflicht, 36 wollen dagegen die Freiwilligkeit beibehalten. Bereits bei den vergangenen Umfragen hatte sich eine zunehmende Mehrheit für eine allgemeine Impfpflicht ausgesprochen.

Im Osten fällt das Ergebnis dabei knapper aus (54 Prozent für eine Impfpflicht, 46 dagegen) als im Westen (65 zu 34). Bei den Anhängern der Bundestags-Parteien sind nur jene der AfD mehrheitlich für eine Freiwilligkeit: 72 Prozent von ihnen lehnen eine Impfpflicht ab.

Eine satte Mehrheit von 87 Prozent lehnt es zudem ab, Impfunwilligen eine Prämie von 100 Euro zu zahlen, um sie vom Piks zu überzeugen. Unter den Geimpften lehnen 90 Prozent die Prämie ab, bei den Nicht-Geimpften sind es mit 86 Prozent etwas weniger. Am ehesten für die Prämie sprechen sich Anhänger der Linkspartei aus: 17 Prozent befürworten sie, 79 Prozent sind dagegen.

Weiterhin große Zustimmung findet die Forderung nach einer 2G-Regel im öffentlichen Raum: 71 Prozent der Bundesbürger fänden es richtig, wenn künftig Angebote wie Gastronomie, Einzelhandel oder Veranstaltungen ausschließlich für Geimpfte und Genesene zugänglich wären. 28 Prozent sind gegen diese Maßnahme. Bei den Geimpften stimmen 80 Prozent 2G zu, 19 Prozent lehnen dies ab. Unter den Ungeimpften ist die Ablehnung mit 97 Prozent sehr hoch, 0 Prozent sind hier für 2G. Auch bei den AfD-Anhängern trifft die Regel mehrheitlich auf Ablehnung (72 Prozent).

Knapper ist die Zustimmung zu Ausgangssperren für Ungeimpfte. 57 Prozent der Bundesbürger würden befürworten, dass Ungeimpfte ihr Zuhause nur noch aus zwingenden Gründen wie für den Weg zur Arbeit oder für tägliche Einkäufe verlassen dürften. 40 Prozent sind gegen diese Maßnahme. Wenig überraschend lehnen auch hier 96 Prozent der Ungeimpften und 70 Prozent der AfD-Anhänger diese Maßnahme ab. Bei Geimpften und den anderen Parteien überwiegt die Zustimmung.

Ausgangssperren für alle Bürger, falls diese nötig werden, lehnt eine Mehrheit ab (64 Prozent). 32 Prozent halten es für richtig, wenn diese auch für Geimpfte gelten. Interessanterweise sind hier die Unterschiede zwischen Bürgern mit und ohne Impfung geringer. 33 Prozent der Geimpften halten eine Ausgangssperre für alle richtig, bei den Ungeimpften sind es 25 Prozent.

Keine Mehrheit für Maßnahmen wie Ende 2020

36 Prozent der Bundesbürger sind der Meinung, dass angesichts des aktuellen Infektionsgeschehens ähnlich umfassende Maßnahmen helfen würden, wie sie Ende 2020 beschlossen worden waren. Dazu zählten Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen für alle, die Schließung von Restaurants, Bars und Hotels sowie eine weitreichende Homeoffice-Pflicht. 59 Prozent teilen diese Meinung nicht.

Auch unter den Anhängern der Parteien finden sich keine Mehrheiten für derart strenge Maßnahmen. Bei den Grünen-Wählern ist es allerdings äußert knapp: 45 Prozent sind für Maßnahmen wie vor einem Jahr, 47 Prozent sind dagegen.

Eine große Mehrheit der Bundesbürger - 70 Prozent - spricht sich schließlich dafür aus, dass die weiteren Maßnahmen, die zur Bekämpfung der Corona-Pandemie nun beschlossen werden, bundesweit weitgehend einheitlich gelten sollten. Nur 30 Prozent sind der Auffassung, jedes Bundesland solle weitgehend selbst entscheiden können, welche Maßnahmen es anwendet.

Für die Umfragen wurden durch Forsa 1013 Menschen befragt. Die Fehlertoleranz liegt bei +/- 3 Prozentpunkten.

Quelle: ntv.de, mli

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