Politik

Nur Männer kämpfen um CDU-Spitze Merkel will mehr Frauen in Parteiführung

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Nach Merkel schaffte es tatsächlich eine weitere Frau an die CDU-Parteispitze. Annegret Kramp-Karrenbauer hielt sich knapp drei Jahre.

(Foto: picture alliance / Ulrich Baumgarten)

"Nur Männer, das passt nicht mehr in die Zeit": Noch-Kanzlerin Merkel ermutigt Frauen, sich stärker in der CDU zu engagieren - vor allem wenn es um Führungspositionen geht. Eine personelle Erneuerung fordert auch Parteikollege Merz. Er setzt den Fokus dabei aber auf eine andere Bevölkerungsgruppe.

Bundeskanzlerin Angela Merkel ermutigt Frauen, sich stärker in der Politik einzumischen. "Es muss weiter daran gearbeitet werden, dass sich Frauen insgesamt mehr zutrauen. Denn selbst, wenn welche da sind, ist es ja nicht so, dass sie zum Beispiel um einen Parteivorsitz rangeln", sagte die CDU-Politikerin der "Süddeutschen Zeitung". "Ich kann Frauen nur Mut machen, sich einzumischen. Nur Männer, das passt nicht mehr in die Zeit." Und wenn man eine Volkspartei sein wolle, müsse man der Parität nahekommen und sie wollen.

Die CDU hatte bei der Bundestagswahl Ende September, bei der Merkel nicht nochmal angetreten war, eine historische Niederlage einstecken müssen. Die Partei strebt nun eine personelle und inhaltliche Erneuerung an.

Für eine Rundum-Erneuerung der Union setzt sich auch Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz ein. "Ich sehe die dringende Notwendigkeit, das Präsidium zu einem beachtlichen Teil mit neuen Mitgliedern zu besetzen", sagte Merz der "Welt am Sonntag". Die CDU müsse sich neu aufstellen, "das umfasst nicht nur den Vorsitzenden und den Generalsekretär, sondern auch alle anderen Positionen". Dabei legt Merz weniger Wert auf eine weiblichere Führung. Aus seiner Sicht sei es vor allem wichtig, dass auch der Osten unter den stellvertretenden Parteivorsitzenden vertreten sei.

Anwärter für CDU-Vorsitz sind alle männlich

Ob Merz selbst für das Präsidium oder den Vorsitzendenposten kandidieren will, hält er weiter offen. Eine Doppelspitze lehne er aber ab: "Doppelspitzen sind in der Politik immer sehr kompliziert. Ich halte das deshalb auch mit Blick auf die Parteiführung für keine gute Idee." Damit habe die CDU keine Erfahrung, "und die Erfahrungen anderer Parteien überzeugten auch nicht wirklich", sagte Merz.

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Eine langwierige Vorstellung der Kandidaten für den CDU-Vorsitz ist ebenfalls nicht nach dem Geschmack von Merz. "Die möglichen Kandidaten sind alle hinreichend bekannt, wir brauchen keine mehrwöchige Karawane mehr durch Deutschland ziehen zu lassen." Deshalb könne das Verfahren auch einschließlich einer Mitgliederbeteiligung schnell gehen. Auch eine digitale Abstimmung sei laut Merz denkbar.

Bei einem Sonderparteitag will die CDU den gesamten Vorstand neu wählen. Parteichef Armin Laschet hatte angekündigt, eigene Ambitionen zurückzustellen. Als mögliche Anwärter für seine Nachfolge gelten neben Merz Gesundheitsminister Jens Spahn, Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus oder etwa der Außenpolitiker Norbert Röttgen. Eine Frau ist nicht dabei.

Quelle: ntv.de, hny/dpa

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