Ein Top-Anwärter für Spahn-JobMerz stellt Weichen für schnelle Personalrochade

Das Amt des Fraktionschefs ist eines der einflussreichsten im politischen Berlin. Nach Jens Spahns Rücktritt als solcher der Union will Kanzler Merz einem Bericht zufolge die Nachfolge schnell regeln. Mehrere Namen werden gehandelt.
Bundeskanzler Friedrich Merz muss die Nachfolge an der Spitze der Unionsfraktion zusammen mit CSU-Chef Markus Söder klären; ihnen obliegt gemeinsam das Vorschlagsrecht. "Verfahren und Zeitplan werden jetzt mit den Gremien der Partei und der Fraktion abgestimmt", heißt es in einer Erklärung des CDU-Chefs. Nach Informationen des "Spiegel" aus Parteikreisen will Merz noch vor Beginn der Urlaubszeit eine Entscheidung herbeiführen. Er sei dabei noch nicht auf einzelne Personalien festgelegt, hieß es weiter. Gemeint ist damit laut anderen Medienberichten eine Entscheidug noch vor der Urlaubszeit des Bundeskanzlers, die ab Ende Juli geplant ist.
Merz hatte Spahn zuvor zum Rücktritt aufgefordert, hieß es in Parteikreisen. Merz zog damit nach "Spiegel"-Informationen die Konsequenz aus der extrem negativen Reaktion in Partei und Fraktion auf die Leihmutter-Debatte. Am Freitagabend fand eine Reihe von Telefonaten zwischen führenden CDU-Politikern statt, darunter Ministerpräsidenten und Landesvorsitzende. "Das Meinungsbild war eindeutig", sagte ein mit den Diskussionen vertrauter Insider dem Medium.
Mehrere potenzielle Nachfolger
Als Top-Kandidat für die Fraktionsspitze wird dem "Spiegel" zufolge in CDU-Kreisen Kanzleramtsminister Thorsten Frei gehandelt, der schon im Zuge der Regierungsbildung keinen Hehl daraus gemacht hatte, dass er lieber die Abgeordneten als die Regierungszentrale führen würde. Die "Bild" rechnet neben Frei auch Michael Brand, einem der zwei Parlamentarischen Staatssekretäre im Familienministerium, Chancen zu - wie auch dem Bundesinnenminister Alexander Dobrindt von der CSU.
Für das Kanzleramt wird der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Günter Krings gehandelt, heißt es beim "Spiegel". Aber auch der Name von Innenminister Alexander Dobrindt werde genannt. Die "Bild" schreibt unter Berufung auf eigene Informationen, auch BND-Präsident Martin Jäger werde für eine potenzielle Nachfolge Freis im Kanzleramt gehandelt.
CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann hatte indes nach Spahns Rücktritt angekündigt, dass er selbst bis zur Wahl eines neuen Fraktionsvorsitzenden die Amtsgeschäfte übernehmen werde. "Die Fraktion bleibt entscheidungs- und handlungsfähig."