Politik

Laschet hat "gute Chancen" Merz stellt sich in K-Frage klar gegen Söder

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"Die CDU kann sich den Kanzlerkandidaten eigentlich nicht nehmen lassen", sagt Friedrich Merz.

(Foto: picture alliance/dpa)

Armin Laschet oder Markus Söder? In der Frage, wer die Union als Kanzlerkandidat in die Bundestagswahl führen wird, herrscht noch immer Unklarheit. Während sich einige CDU-Abgeordnete hinter Söder stellen, bekommt Laschet einen wichtigen Fürsprecher.

Friedrich Merz hat sich im unionsinternen Ringen um die Kanzlerkandidatur gegen CSU-Chef Markus Söder ausgesprochen. "Die CDU kann sich den Kanzlerkandidaten eigentlich nicht nehmen lassen", sagte der CDU-Politiker dem "Westfälischen Anzeiger". Trotz der schwachen Umfragewerte habe der CDU-Vorsitzende Armin Laschet unverändert gute Chancen. "Umfragen sind eine Augenblicksaufnahme. Sie taugen nicht für eine dauerhafte, langfristige und personalpolitisch strategische Entscheidung."

Merz hatte im Januar den Kampf um den CDU-Bundesvorsitz gegen Laschet verloren. Laschet und Söder wollen bis spätestens Pfingsten gemeinsam entscheiden, wer als Kanzlerkandidat bei der Bundestagswahl im September antritt. Einen genauen Termin für die Entscheidung gibt es nicht. Am Sonntag findet eine Klausurtagung des geschäftsführenden Vorstands der Bundestagsfraktion statt. Es wird erwartet, dass die Klausur zum internen Schaulaufen der beiden möglichen Kanzlerkandidaten werden könnte. Weder Laschet noch Söder haben bisher eine Kandidatur offiziell angemeldet.

Brinkhaus will Entscheidung in zwei Wochen

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus gibt derweil CDU und CSU 14 Tage Zeit zur Klärung der Kanzlerkandidatenfrage. Die Entscheidung, wer für die Union als Kanzlerkandidat antritt, sollte seiner Meinung nach "in den nächsten zwei Wochen durch sein", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Es dürfe "keine Hängepartie bis Pfingsten" geben.

Der Unionsfraktionschef sprach sich zudem gegen eine Kampfabstimmung über den Kanzlerkandidaten aus. Er würde sich "sehr freuen, wenn die beiden Parteivorsitzenden mit einem gemeinsamen Vorschlag auf die Unionsfraktion und die Gremien von CDU und CSU zugehen", sagte er. Zugleich warnte Brinkhaus davor, Umfragen überzubewerten. In allen Umfragen wird Söder derzeit ein besseres Ergebnis zugetraut als Laschet.

Eine große Gruppe von CDU-Abgeordneten in der Unionsfraktion im Bundestag forderte bereits am Freitag ein Mitspracherecht bei der Entscheidung, wer schlussendlich als Kanzlerkandidat ins Rennen geht. Rund 50 Abgeordnete hatten sich einer Erklärung angeschlossen, in der es heißt: "Als Mitglieder einer selbstbewussten CDU/CSU-Bundestagsfraktion erwarten wir, dass, bevor eine Festlegung dieser Tragweite verkündet wird, in einer parteiübergreifenden Fraktionssitzung von CDU und CSU darüber diskutiert und im Zweifel auch dort entschieden wird." Der Aufruf konterkariert die bisherigen Planungen der Parteispitzen, sich untereinander zu entscheiden.

Stoiber: "Es muss ja kein Frühstück sein"

In der Erklärung, die ntv.de vorliegt, wird auf die "herausragende Bedeutung für unseren Wahlkampf vor Ort" verwiesen, die die Entscheidung über den gemeinsamen Kanzlerkandidaten von CDU und CSU habe. Auch die "Bild"-Zeitung berichtete darüber. Die Initiative dürfte auch Thema bei der Klausur des geschäftsführenden Vorstands der CDU/CSU-Fraktion am Sonntag werden.

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Der einstige CSU-Chef Edmund Stoiber mahnte zu einer einvernehmlichen Einigung der Schwesterparteien - so wie bei seinem eigenen Antreten zur Bundestagswahl vor fast 20 Jahren. Bei einem Frühstück in Wolfratshausen im Januar 2002 hatte die damalige CDU-Vorsitzende Angela Merkel dem einstigen CSU-Chef Stoiber die Kanzlerkandidatur überlassen.

Mit Blick auf die heute möglichen Unionskandidaten, Laschet und Söder, sagte Stoiber dem "Münchner Merkur": "Es muss ja kein Frühstück sein." Und betonte zugleich: "Aber ich plädiere für eine einvernehmliche Lösung. Alternativ müsste die Fraktion entscheiden, was konfrontativer wäre." Söder war einst Stoibers Generalsekretär. Im Interview vermied er aber eine Aussage für Söder. "Beide haben das Zeug zum Kanzler." Über Laschet sagte er: "Es ist ihm gelungen, die CDU zu einen."

Quelle: ntv.de, ses/dpa

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