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Sie wollen nach Europa Migranten "kapern" Handelsschiff

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Immer wieder retten Schiffe - ähnlich wie hier 2017 - Flüchtlinge aus dem Mittelmeer. Dieses Mal soll eine Gruppe von Migranten anschließend das rettende Schiff allerdings gekapert haben.

(Foto: picture alliance / Anthony Jean/)

Vor der libyschen Küste treibt eine Gruppe Flüchtlinge im Mittelmeer. Ein Handelsschiff nimmt die Schiffbrüchigen an Bord. Plötzlich ändert das Schiff seinen Kurs. Offenbar haben die Migranten die Kontrolle über das Boot übernommen. Ihr Ziel: Vermutlich Malta.

Gerettete Migranten haben nach italienischen und maltesischen Angaben vor Libyen ein Handelsschiff unter ihre Kontrolle gebracht und steuern es in Richtung Norden. "Es sind keine Schiffbrüchigen, es sind Piraten", sagte Italiens Innenminister Matteo Salvini von der rechten Lega-Partei. Das Handelsschiff "Elhiblu" habe im Mittelmeer eine Gruppe Migranten vor der libyschen Küste aufgenommen, dann aber etwa sechs Seemeilen vor der Hauptstadt Tripolis plötzlich den Kurs Richtung Nord geändert. Es ist nun offenbar in Richtung Malta unterwegs, wie die maltesische Armee erklärte.

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Die maltesischen Behörden seien daraufhin über ein "auf See überfallenes Schiff" informiert worden, sagte eine Sprecherin. Der Kapitän habe einen Alarm abgesetzt. Die maltesische Armee sei in Bereitschaft. Italienischen und maltesischen Medien zufolge sind 108 Migranten an Bord des Schiffes, das unter der Flagge des Inselstaates Palau fahre. An Bord sollen auch Frauen und Kinder sein.

Sowohl Italien als auch Malta wollen Bootsflüchtlinge nicht aufnehmen, solange es keinen EU-weiten Verteilmechanismus gibt. Vor der libyschen Küste sind kaum mehr Rettungsschiffe im Einsatz, die Boote von Hilfsorganisationen wurden immer wieder lange auf dem Meer blockiert oder aus dem Verkehr gezogen.

EU stoppt Marineeinsatz

Auch die EU hat ihren Marineeinsatz vor der libyschen Küste gestoppt. Die am Mittwoch offiziell bestätigte Entscheidung sieht vor, bei der Anti-Schleuser-Operation Sophia vorerst nur noch Luftaufklärung zu betreiben und libysche Küstenschützer auszubilden. Diese sollen die Migranten wieder in das Bürgerkriegsland bringen, wo den Menschen allerdings schwere Misshandlungen drohen. Immer wieder wehren sich Migranten deshalb, nach Libyen zurückgebracht zu werden.

Hilfsorganisationen sprechen von unmenschlichen Bedingungen vor Ort und gar von "Konzentrationslagern", in denen die Migranten auch Folter ausgesetzt seien. Im November hatten sich etwa 90 Migranten geweigert, ein Containerschiff zu verlassen, das sie nach Libyen zurückgebracht hatte. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen sprach von einer "gefährlichen Lage", die die große Verzweiflung von "verletztlichen Menschen" auf der Flucht zeige. "Die EU-Politik gefährdet Menschen immer mehr, und hat Handelsschiffe in eine unmögliche Lage gebracht."

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Quelle: n-tv.de, kpi/dpa

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