Politik

Noch fast 100 Menschen vermisstMindestens 21 Tote bei Einsturz von ausgebombtem Wohnhaus in Gaza

16.09.2026, 18:28 Uhr
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Menschen beobachten die Rettungsmaßnahmen. (Foto: REUTERS)

Im Gazastreifen kommt es am frühen Morgen zu einem verheerenden Unglück: Ein Wohnhaus, das von einem israelischen Luftangriff beschädigt ist, stürzt über schlafenden Menschen zusammen. Unter den Toten sind elf Kinder, die Anzahl der Opfer könnte noch deutlich steigen.

Bei dem Einsturz eines von früheren israelischen Luftangriffen beschädigten Wohnhauses im Gazastreifen sind nach Angaben der Behörden mindestens 21 Palästinenser ums Leben gekommen. Unter den Toten seien elf Kinder, teilte der örtliche Zivilschutz mit. 14 Menschen seien verletzt worden. Fast 100 weitere Menschen werden noch unter den Trümmern des siebenstöckigen Gebäudes in Gaza-Stadt vermutet.

Helfer suchten nach Überlebenden. "Wir hören immer noch Stimmen unter den Trümmern", sagte der Leiter des Zivilschutzes in Gaza-Stadt, Raed al-Dahschan. Mindestens zehn Familien hatten Al-Dahschan zufolge in dem baufälligen Gebäude Zuflucht gesucht, da es an sicheren Unterkünften fehle. Die Rettungsarbeiten gestalteten sich jedoch schwierig, da es an schwerem Gerät mangele.

Einige Organisationen der Vereinten Nationen (UN) und ein ägyptischer Hilfsdienst unterstützten die Arbeiten. Der Leiter des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP) in Gaza, Alessandro Mrakic, beschrieb die Lage als tragisch. Die Menschen müssten teilweise mit bloßen Händen graben.

Hunderte Häuser vom Einsturz bedroht

Zehntausende Palästinenser leben nach Angaben des Zivilschutzes in rund 2000 durch israelische Luftangriffe beschädigten Gebäuden. Mrakic warnte, dass rund 400 weitere Häuser vom Einsturz bedroht seien, insbesondere angesichts des bevorstehenden Winters. Vertreter der Palästinenser und der UN machen israelische Einfuhrbeschränkungen für den Mangel an schweren Baumaschinen verantwortlich.

Israel begründet die Beschränkungen damit, dass die Maschinen nicht in die Hände von militanten Gruppen gelangen dürften. Nach UN-Angaben haben die israelischen Angriffe seit dem Beginn des Gaza-Kriegs im Oktober 2023 in dem Palästinenser-Gebiet rund 61 Millionen Tonnen Schutt hinterlassen, dessen Beseitigung sieben Jahre dauern könnte.

Eine von den USA vermittelte Waffenruhe im Oktober 2025 hat die großflächigen Kämpfe im Gazastreifen zwar gestoppt, dennoch kommt es immer wieder zu israelischen Angriffen. Seit dem Inkrafttreten der Waffenruhe wurden nach Angaben der Gaza-Gesundheitsbehörden mehr als 1300 Palästinenser getötet, überwiegend Zivilisten. Auf israelischer Seite wurden dem Militär zufolge vier Soldaten getötet.

Die radikal-islamische Hamas wirft Israel vor, gegen das Abkommen zu verstoßen und die Umsetzung eines Friedensplans von US-Präsident Donald Trump zu behindern. Israel wiederum beschuldigt die Hamas, sich nicht an die Vereinbarungen zu halten.

Quelle: ntv.de, dsc/rts

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