Politik

Globale Desinformationskampagne Moskau soll hinter Virus-Propaganda stecken

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Verschwörungstheoretiker verbreiten, dass der Erreger SARS-CoV-2 vom US-Geheimdienst CIA stamme.

(Foto: AP)

Tausende Nutzerkonten auf Twitter, Facebook & Co. verbreiten derzeit Verschwörungstheorien über die Covid-19-Epidemie. Das US-Außenministerium vermutet dahinter eine russische Desinformationskampagne. Diese schade nicht nur dem Ruf der USA, sondern gefährde auch den Kampf gegen das Virus.

Die US-Regierung beschuldigt Russland, hinter einer groß angelegten Desinformationskampagne rund um das neuartige Coronavirus zu stehen. Tausende von Russland gesteuerte Nutzerkonten auf Online-Plattformen verbreiteten Falschinformationen und Verschwörungstheorien rund um das Virus und behinderten damit den Kampf gegen die Epidemie, sagten US-Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur AFP.

Zu der Desinformationskampagne gehört der US-Darstellung zufolge eine Verschwörungstheorie, wonach die USA hinter der Epidemie steckten. Betreiber gefälschter Nutzerkonten auf Twitter, Facebook oder Instagram verbreiteten dabei in zahlreichen Sprachen unter anderem die Behauptung, der US-Geheimdienst CIA habe das Virus in die Welt gesetzt. Russische Agenten hätten offenbar einen "Blanko-Check", um dem Ruf der USA zu schaden.

"Russlands Ziel ist es, Zwietracht zu säen und durch bösartige Beeinflussungskampagnen US-Institutionen und -Bündnisse von innen heraus zu untergraben", sagte der amtierende Referatsleiter für die Europa im US-Außenministerium, Philip Reeker. Zu den verbreiteten Behauptungen gehöre auch, dass die Epidemie Teil eines "Wirtschaftskriegs der USA gegen China" sei. Auch amerikanische Bürger wie Microsoftgründer Bill Gates seien Ziel der Diffamierungskampagne und würden beschuldigt, mit dem Krankheitsausbruch zu tun zu haben.

Laut US-Außenministerium posten seit Beginn der Epidemie Tausende Online-Konten "nahezu identische Einträge" über das neuartige Coronavirus. Diese Accounts hätten schon zuvor russische Botschaften über andere wichtige Ereignisse wie den Krieg in Syrien oder die Gelbwesten-Bewegung in Frankreich verbreitet. Es handle sich dabei um reale Personen, keine Bots. "In diesem Fall konnten wir ihr ganzes Desinformationssystem beobachten, inklusive Staatsfernsehen, Website und Tausender gefälschter Nutzerkonten in den Sozialen Netzwerken, wie sie die selben Themen lancieren", sagte Lea Gabrielle, die Chefin des Global Engagement Center, das innerhalb des US-Außenministeriums dafür zuständig ist, ausländische Propaganda und Desinformationskampagnen aufzuspüren.

Die Ministeriumsvertreter betonten, dass die aktuelle Kampagne nicht nur den USA schade, sondern vor allem auch den Kampf gegen den Virus erschwere. Wissenschaftlern zufolge begann die aktuelle Epidemie wahrscheinlich auf einem Markt für exotische Tiere in der chinesischen Großstadt Wuhan.

Quelle: ntv.de, mbo/AFP