Politik

NSU-Ausschuss am Ende der Geduld Mundlos-Akte hat Lücken

Die Mitglieder des NSU-Untersuchungsausschusses sind Kummer gewohnt. Und die Liste der Pannen ist offenbar noch nicht zu Ende. Die Sichtung der Bundeswehr-Akte von Uwe Mundlos offenbart deutliche Lücken.

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Uwe Mundlos auf einem Polizeifoto.

(Foto: Reuters)

Die Bundeswehr-Personalakte des mutmaßlichen Rechtsterroristen Uwe Mundlos, die das Verteidigungsministerium in der Vorwoche dem NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages übergeben hat, ist nach Recherchen der ARD unvollständig. Es fehle der Hinweis, dass die Sachen von Mundlos in einer Kaserne im thüringischen Bad Frankenhausen Mitte der 90er Jahre auf Wunsch der Polizei durchsucht worden seien. Mundlos hatte dort seinen Grundwehrdienst geleistet und war wegen seiner rechtsradikalen Gesinnung aufgefallen.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte der dpa, die Akte befinde sich beim Ausschuss. Es sei nun dessen Aufgabe, sie auszuwerten und zu bewerten.

Fest stehe, dass die Akte unvollständig sei, sagte der Vorsitzende des Untersuchungsausschusses, Sebastian Edathy (SPD), dem Magazin. "Es ist so, dass die Geduldsgrenzen der Kollegen im Ausschuss langsam erreicht sind. Wer glaubt, er könne unsere Arbeit gering schätzen oder missachten, der muss damit rechen, dass irgendwann auch massiver als bisher über das Thema personeller Konsequenzen geredet werden muss."

Mundlos war 1998 untergetaucht. Zusammen mit Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe bildete er die Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU), die für zehn Morde verantwortlich sein soll. Während seines Wehrdienstes wurde er vom Militärischen Abschirmdienst vernommen, der versucht haben soll, Mundlos als Informanten anzuwerben. Dies war im NSU-Ausschuss erst in der Vorwoche bekanntgeworden. Neben dem MAD geriet auch Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) in die Kritik.

Quelle: n-tv.de, dpa

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