Politik

Schutz gegen Schnellfeuerwaffen NRW rüstet Polizei nach Anschlägen neu aus

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Siebeneinhalb Kilogramm wiegen die neuen Sicherheitswesten.

(Foto: dpa)

Für zehn Millionen Euro kauft Nordrhein-Westfalen neue Schutzwesten für seine Streifenpolizisten. Die Westen seien eine Neuheit auf dem Markt, sagt Innenminister Jäger. Sie sind speziell auf Angriffe von Terroristen ausgelegt.

Nordrhein-Westfalen rüstet seine Streifenpolizisten nach den Terroranschlägen der vergangenen Monate mit neuen Schutzwesten aus. Die Westen sollen auch dem Beschuss mit Schnellfeuerwaffen standhalten - also etwa mit Kalaschnikows, wie sie Terroristen bei den Anschlägen von Paris nutzten. Zudem wird eine weitere Maschinenpistole mit Laservisier in den Streifenwagen deponiert.

Streifenpolizisten müssten bestmöglich ausgestattet sein, begründete Innenminister Ralf Jäger bei der Präsentation der Westen in Köln - sie seien meist die ersten am Anschlagsort. "Es geht darum, dass die Beamtinnen und Beamten selbst aktiv solchen Tätern mit der Waffe in der Hand entgegentreten", sagte der Innenminister.

NRW investiert nach eigenen Angaben mehr als zehn Millionen Euro in die neuen Westen, die nur siebeneinhalb Kilogramm wiegen. Bis zum Jahresende sollen alle Beamten im Wach- und Wechseldienst und die Bereitschaftspolizei mit ihnen ausgestattet werden. Es handele sich um eine Neuheit auf dem Markt, sagte Jäger. NRW sei nach seinem Wissen das erste Land, das sie in dieser Form einführe.

Polizisten üben Anti-Amok-Einsätze

Unterdessen übten Polizeischüler aus Sachsen-Anhalt in der Gemeinde Seeland die Bewältigung einer Amok-Lage. In dem Bundesland gebe es einen einwöchigen Praxistest am Ende der Ausbildung sowie Auffrischungsübungen für alle Beamte alle zwei Jahre, hieß es. Man wolle das auch nach dem Amoklauf von München und den Anschlägen in Ansbach, Würzburg oder Nizza so beibehalten, sagte Innenminister Holger Stahlknecht.

Ein zusätzliches Anti-Terror-Training brauche es nicht, weil die Taktiken, um den Täter zu stellen, ähnlich seien. Stattdessen setzt Stahlknecht für einen möglichen Ernstfall auf bessere Ausrüstung und eine Unterstützung durch die Bundeswehr.

Quelle: n-tv.de, hul/dpa

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