Politik

Suche nach neuer SPD-SpitzeBas-Nachfolgerin? Schwesig will sich auf MV konzentrieren

12.10.2026, 16:58 Uhr
00:00 / 02:39
624122941
Die SPD-Ministerpräsidentin ist in Mecklenburg-Vorpommern außergewöhnlich erfolgreich. (Foto: picture alliance/dpa)

Nach dem Rücktritt von Bärbel Bas als SPD-Vorsitzende wird Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Schwesig als Nachfolgerin gehandelt. Sie priorisiert zwar aktuell ihr Bundesland, eine endgültige Absage gibt sie allerdings nicht.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig ist der Frage nach einem möglichen Parteivorsitz nach dem Rücktritt von SPD-Chefin Bärbel Bas ausgewichen. "Die SPD hat einen Parteivorsitzenden, sie hat Stellvertreter, damit ist die SPD handlungsfähig", sagte sie auf einer Pressekonferenz zu den Koalitionsverhandlungen in MV. Ihre volle Konzentration gelte diesen Gesprächen. In Schwerin wollen SPD, Linke und Grüne eine rot-rot-grüne Landesregierung bilden.

Die Koalitionsverhandlungen würden ihre volle Kraft erfordern. "Und deshalb möchte ich mich in den nächsten Wochen komplett auf dieses Thema konzentrieren", sagte Schwesig. Sie sei zur Wahl mit dem Ziel angetreten, "weiter im Land zu bleiben, hier Ministerpräsidentin zu bleiben", sagte sie noch. Der SPD-Vorsitz und das Ministerpräsidentenamt schließen sich allerdings nicht aus - so hat Kurt Beck von 2006 bis 2008 die Sozialdemokraten angeführt und war zeitgleich Regierungschef in Rheinland-Pfalz.

Schwesig erneuerte auf der Pressekonferenz ihre Kritik an der CDU beim Umgang mit Bärbel Bas. "Ich fand die letzten Tage unterirdisch", sagte sie. Der Kanzler und führende Unionspolitiker hätten um die schwere private Situation der SPD-Vorsitzenden nach dem Tod ihrer Stieftochter gewusst und trotzdem Angriffe gestartet. Den Rücktritt von Bas bezeichnete sie als schweren Verlust.

Am Morgen hatte sie bereits auf der Plattform X Kritik an der CDU und Bedauern über den Rücktritt von Bas geäußert. "Ich wünsche ihr viel Kraft in dieser schweren Situation. Persönlich danke ich Bärbel Bas für die gute Zusammenarbeit! Die Attacken der CDU - trotz ihrer persönlichen schweren Situation - waren unmenschlich und rücksichtslos", schrieb sie

Bas hatte am Morgen bekanntgegeben, als Arbeitsministerin und SPD-Chefin zurückzutreten. Sie begründete den Schritt in einer öffentlichen Mitteilung mit dem Tod ihrer Stieftochter und mit öffentlichen Angriffen auf sich, auch aus den Reihen des Koalitionspartners, der Union.

Quelle: ntv.de, csi/dpa

Bärbel BasManuela SchwesigSPDMecklenburg-VorpommernMinisterpräsident