Politik

Regine HildebrandtNahm nie ein Blatt vor den Mund

27.11.2001, 15:48 Uhr

Für Ihre Ansichten trat die ehemalige Sozialministerin Brandenburgs vehement und mit Nachdruck ein. Unvergessen dabei ihre direkt Art, unterlegt von ihrer markanten Stimme. Einige Zitate:

"Die Sachsen habe mir erzählt, früher hätte das Tal der Ahnungslosen in Dresden gelegen, ... , diesmal liege es in Bonn" - Im Mai 1992 im Bundestag zur Wahrnehmung der Ost-Probleme im Westen.

"Mich packt die blanke Verzweifelung!" - Zum Einzug der DVU in den Potsdamer Landtag im Oktober 1999.

"Ohne die linke Herzkammer kann die SPD nicht existieren." Und: "Mein Herz schlägt links, aber so, wie ich das verstehe." - Bei ihrem Rückzug aus der brandenburgischen Landesregierung im Oktober 1999.

"Ich bin nicht die Fürsorge-Tante, die die Wunden verbindet." – Über ihre politische Rolle im Land Brandenburg und den Aufgabe der Regierung, ebenfalls im Oktober 1999.

"Und jetzt zu den Arschlöchern." – Einen Monat vorher in einer internen SPD-Besprechung vor den Koalitionsgesprächen mit der CDU.

"Da könnte ich den Knüppel nehmen. Mach' ich aber nicht. Er ist General – wer weiß, was der noch hat." – Über den CDU-Spitzenkandidaten Jörn Schönbohm zur Brandenburger Landtagswahl 1999.

"Ick könnte ja noch englische Königin werden, wenn ick den Prinz Charles heirate." – Nach ihrem Ausscheiden aus der Regierung nach ihrer politischen Zukunft befragt.

"Wir müssen eine Regelung finden, mit der man in Würde sterben kann, die aber Missbrauch ausschließt." – Im Februar 2001 in einem "Stern"-Interview zur Sterbehilfe.