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Update aus der Charité Nawalny kann Bett zeitweise verlassen

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Sein Gesundheitszustand verbessert sich zusehends: Alexej Nawalny.

(Foto: picture alliance / dpa)

Während nun auch andere europäische Regierungen die These stützen, dass Alexej Nawalny mit einem Kampfstoff aus der Nowitschok-Gruppe vergiftet wurde, vermelden seine Ärzte in Deutschland gute Nachrichten: Dem russischen Oppositionellen geht es deutlich besser.

Der vergiftete russische Kremlkritiker Alexej Nawalny muss nicht mehr beatmet werden und kann sein Krankenbett zeitweise verlassen. Sein Gesundheitszustand habe sich weiter verbessert, und er werde zunehmend mobilisiert, teilte das Berliner Klinikum Charité mit.

Weitere Details zu Nawalnys Gesundheitszustand wurden nicht bekannt gegeben. Erstmals aber seit seiner Behandlung in Berlin stimmte die Klinik auch mit ihm selbst ab, welche Informationen an die Medien gehen. Zuvor hatte die Charité dies immer nur mit Nawalnys Frau klären können.

Unterdessen haben zwei weitere Speziallabore in Frankreich und Schweden einen Nervengift-Kampfstoff aus der Nowitschok-Gruppe als Ursache für Nawalnys Vergiftung festgestellt. Dies teilte die Bundesregierung mit. Weiter hieß es, dass Deutschland die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OVCW) eingeschaltet habe. Deren Experten haben demnach ebenfalls Proben von Nawalny entnommen, die nun durch Referenzlabore untersucht werden sollen.

Nawalny wird seit Ende August in der Hauptstadt behandelt. Der 44-Jährige gilt als einer der schärfsten Kritiker von Kremlchef Wladimir Putin. Regierungssprecher Steffen Seibert erklärte zu den neuen Befunden: "Wir erneuern die Aufforderung, dass sich Russland zu den Geschehnissen erklärt." Die deutsche Regierung stehe mit ihren europäischen Partnern "in engem Austausch zu weiteren Schritten".

"Volle Solidarität" für Deutschland

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Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte bereits zuvor von einem "versuchten Giftmord" an dem russischen Oppositionspolitiker gesprochen und Russland zur Klärung aufgefordert. Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach von einem "Mordversuch" an Nawalny. Macron drängte Russlands Präsidenten Putin in einem Telefonat zu "vollständiger Aufklärung", wie das Präsidialbüro in Paris mitteilte. Deutschland habe in dem Fall seine "volle Solidarität", betonte der Präsident.

Nawalny war am 20. August auf einem Flug in Russland zusammengebrochen und in eine Klinik in Sibirien gebracht worden. Später wurde er auf Drängen seiner Familie in die Charité verlegt. Die Bundesregierung teilte nach Untersuchungen in einem Spezial-Labor der Bundeswehr mit, sie sehe es als zweifelsfrei erwiesen an, dass Nawalny mit dem Kampfstoff Nowitschok vergiftet worden sei.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa/AFP