Politik

Marschflugkörper gegen Schiffe Nordkorea testet laut Seoul wieder Raketen

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Bei einer Militärübung feuerte die nordkoreanische Armee vor Jahren diese Raketen ab.

(Foto: imago stock&people)

Nordkorea ignoriert schon seit einiger Zeit das Moratorium für Atomversuche und Tests von Interkontinentalraketen. Südkoreanischen Angaben zufolge feuert es nun erneut mehrere Raketen ab. Es soll sich um Lenkflugkörper handeln, die Schiffe abschießen können.

Nordkorea hat nach Angaben des südkoreanischen Militärs mehrere Marschflugkörper abgeschossen. Vom Militärstützpunkt Munchon im Osten des Landes aus seien "zahlreiche" Geschosse über das Meer abgefeuert worden, bei denen es sich vermutlich um Kurzstrecken-Marschflugkörper handelte, erklärte die südkoreanische Armee. Sie flogen demnach etwa 150 Kilometer weit, bevor sie ins Meer fielen. Es werde vermutet, dass es sich um Lenkflugkörper handele, die gegen Schiffe gerichtet seien, hieß es weiter. Die Geheimdienste Südkoreas und der USA seien dabei, den Vorfall zu analysieren.

Der Test erfolgte einen Tag, bevor der verstorbene Großvater des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un, Republikgründer Kim Il Sung, seinen 108. Geburtstag gefeiert hätte. Am morgigen 15. April wählen die Menschen in Südkorea außerdem ein neues Parlament.

Nordkorea hatte in den vergangenen Wochen mehrfach ballistische Raketen getestet. Diese werden in große Höhe gefeuert und stürzen dann durch die Erdanziehungskraft zu Boden. Marschflugkörper dagegen fliegen in geringer Höhe und sind ferngesteuert. Kim Jong Un hatte zu Jahresbeginn angekündigt, sich nicht mehr an das Moratorium für Atomversuche und Tests von Interkontinentalraketen zu halten.

Die Atomverhandlungen zwischen Pjöngjang und Washington liegen seit einem gescheiterten Gipfeltreffen zwischen Kim und US-Präsident Donald Trump im Februar vergangenen Jahres auf Eis. Das international weitgehend isolierte Nordkorea steht wegen seines Atom- und Raketenprogramms unter strikten US- und UN-Sanktionen. Kim hatte nach seinem Moratorium für Atom- und Raketentests vergeblich auf eine Aufhebung von Sanktionen gehofft.

Quelle: ntv.de, chr/AFP/dpa