Politik

Peking verfolgt andere StrategieUS-Geheimdienst: China plant 2027 keine Invasion Taiwans

19.03.2026, 13:20 Uhr
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Im chinesischen Staatsfernsehen wurde Ende Dezember über die Militärübung "Just Mission-2025" berichtet, bei der eine Einkesselung Taiwans simuliert wurde. (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Taiwan fürchtet einen Einmarsch chinesischer Soldaten. Peking strebt offen eine "Wiedervereinigung" mit dem Inselstaat an und demonstriert seine Stärke regelmäßig mit Militärmanövern. Der US-Geheimdienst gibt nun zumindest teilweise Entwarnung.

China plant laut einem US-Geheimdienstbericht nicht, im kommenden Jahr in Taiwan einzumarschieren. Stattdessen versuche Peking zunächst, die Kontrolle über die Insel ohne Gewaltanwendung zu übernehmen, heißt es in dem jährlichen US-Geheimdienstbericht. Einen festen Zeitplan für die "Vereinigung" habe die chinesische Führung demnach nicht.

China betrachtet das selbstverwaltete und demokratische Taiwan als abtrünnige Provinz, die wieder mit dem Festland vereinigt werden soll - notfalls mit militärischer Gewalt. In den vergangenen Jahren verstärkte Peking den Druck durch Militärübungen rund um die Insel. Eine Analyse des US-Verteidigungsministeriums aus dem vergangenen Jahr hatte 2027 als möglichen Zeitpunkt für einen Angriff angegeben.

Die chinesischen Behörden seien sich im Klaren darüber, dass eine Invasion Taiwans "extrem herausfordernd" sein könnte und ein "hohes Risiko" bergen würde, "besonders im Falle einer US-Intervention", heißt es in dem jetzt veröffentlichten Bericht. Washington erkennt Taiwan zwar nicht als unabhängigen Staat an, ist aber der wichtigste militärische Unterstützer der Insel.

Die USA sollten "das Bedrohungsszenario durch China nicht künstlich aufbauschen", sagte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums bei einer Pressekonferenz. Stattdessen solle Washington "sein Verständnis von China korrigieren" und in der Taiwan-Frage "vorsichtig sprechen und handeln", fügte der Sprecher hinzu.

Quelle: ntv.de, lar/AFP

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