Politik

140 Menschen an Land gebrachtPolizei muss in Portsmouth Flüchtlinge vor Protesten schützen

07.09.2026, 17:22 Uhr
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Vor der britischen Küste werden rund 140 Flüchtlinge aus dem Meer gerettet und an Land gebracht. Busse sollen sie von dort aus weiter transportieren. Das versuchen zahlreiche Demonstranten zu verhindern. Die Polizei muss einschreiten.

Nach der Ankunft Dutzender geretteter Bootsmigranten in der südenglischen Hafenstadt Portsmouth am Ärmelkanal ist es zu Konfrontationen zwischen rechten Demonstranten und der Polizei gekommen. Hunderte Menschen, teils maskiert, blockierten einem Bericht der britischen Nachrichtenagentur PA zufolge in der Nacht stundenlang die Zufahrtswege zum Hafen.

Beamte in Schutzausrüstung versuchten demnach, die Menge zurückzudrängen und mehrere Reisebusse zu schützen, die zum Abtransport der Migranten bereitstanden. Wie auf Aufnahmen britischer Nachrichtensender zu sehen war, kam es teilweise zu Gerangel zwischen den Demonstranten und den Einsatzkräften. Mehrere Beamte wurden dabei verletzt, wie die Polizei von Hampshire und der Isle of Wight später mitteilte. Zudem sollen unter anderem Behördenfahrzeuge beschädigt worden sein. Festnahmen gab es zunächst keine. Die Polizei leitete jedoch Ermittlungen ein.

Ein Regierungssprecher bezeichnete das Verhalten der Migrationsgegner laut PA als bedrohlich und aggressiv. Er fügte hinzu: "Das Recht auf friedlichen Protest ist fundamental für unsere Demokratie, aber man darf niemals die Linie zum Krawall überschreiten." Zuvor hatten Rettungskräfte in einem Großeinsatz Migranten von einem kleinen Boot vor der Küste gerettet und sie nach Portsmouth gebracht. Berichten zufolge sollen sich mehr als 140 Menschen auf dem Boot befunden haben.

Proteste auch in Dover

Die Ankunft von Bootsmigranten in Portsmouth ist ungewöhnlich. Die Strecke, die von der französischen Küste aus über den Ärmelkanal zurückgelegt werden muss, ist deutlich länger, als nach Dover, das die meisten Migranten ansteuern. Am Fährhafen von Dover hatte sich am Samstag bereits eine größere Gruppe von maskierten und in Schwarz gekleideten Menschen versammelt und über Stunden den Verkehr lahmgelegt.

Unter ihnen befand sich Daniel "Tommo" Thomas, der mit dem mehrfach verurteiltem Rechtsextremisten Tommy Robinson zusammenarbeitet. Im Sommer soll er die "Patriot Platform" gegründet haben, die sich nach als "christliche patriotische Armee" bezeichnet und gegen Migranten im Mittelmeer vorgehen will.

Jährlich überqueren Zehntausende Menschen in kleinen Booten den Ärmelkanal von Frankreich nach England. Die Fahrten mit meist kleinen Booten gelten als äußerst gefährlich. Zuletzt gingen die Zahlen jedoch deutlich zurück.

Quelle: ntv.de, als/dpa

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