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Wahlkampfspenden aus Libyen? Polizei nimmt Sarkozy in Gewahrsam

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Nicolas Sarkozy (r.) hat im französischen Präsidentschaftswahlkampf 2007 womöglich Spendengelder des ehemaligen libyschen Machthabers Muammar al- Gaddafi angenommen.

(Foto: REUTERS)

Im Jahr 2007 wählt das französische Volk Nicolas Sarkozy zum neuen Präsidenten. Den Wahlkampf soll dieser jedoch mit unlauteren Mitteln geführt haben. Der Ex-Staatschef steht in Verdacht, Geld aus Libyen erhalten zu haben - und befindet sich nun in Polizeigewahrsam.

Der frühere französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy ist wegen einer Affäre um Wahlkampfspenden in Polizeigewahrsam genommen worden. Es gehe dabei um Vorwürfe, wonach für Sarkozys Wahlkampf 2007 Gelder aus Libyen geflossen sein sollen, berichtet die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Ermittlerkreise.

Demnach wird der 63-Jährige in Nanterre bei Paris von Anti-Korruptions-Ermittlern vernommen. Die Staatsanwaltschaft war zunächst nicht zu einer Stellungnahme zu erreichen. Es ist das erste Mal, dass der frühere Staatschef zu dem Verdacht befragt wird, dass sein Präsidentschaftswahlkampf 2007 aus libyschen Quellen mitfinanziert worden sein soll.

Die Vorwürfe wegen angeblicher Wahlkampfspenden des früheren libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi an Sarkozy stehen bereits seit Jahren im Raum. Ein Geschäftsmann hatte in einem Interview dem Nachrichtenportal "Mediapart" gesagt, er habe Ende 2006 oder Anfang 2007 mehrere - vom damaligen libyschen Regime vorbereitete - Koffer mit insgesamt fünf Millionen Euro ins französische Innenministerium gebracht. Sarkozy war damals Innenminister. Von 2007 bis 2012 war er Präsident der Republik gewesen.

Die Pariser Staatsanwaltschaft leitete aufgrund der Vorwürfe erstmals im April 2013 ein Ermittlungsverfahren gegen Sarkozy ein. Damals wies der konservative Politiker die Vorwürfe als "grotesk" zurück. Im vergangenen Präsidentschaftswahlkampf 2016/2017 hatte Sarkozy die Anschuldigungen erneut zurückgewiesen.

Quelle: n-tv.de, cri/AFP/dpa

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