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Mehrere Migranten verletzt Polizei räumt Protestcamp auf Lesbos

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Im größten Flüchtlingslager auf Lesbos leben mehr als 6500 Menschen, doppelt so viele wie zugelassen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Seit mehreren Tagen besetzen Migranten einen Platz in Lesbos' Hauptstadt. Sie fordern, aufs Festland gebracht zu werden. Rechtsextreme bewerfen sie mit Flaschen und Steinen. Die griechische Polizei muss einschreiten.

In der Hauptstadt der griechischen Insel Lesbos, Mytilini, hat es Ausschreitungen zwischen Rechtsextremisten, Migranten und der Polizei gegeben. Einheiten der griechischen Bereitschaftspolizei haben am frühen Montagmorgen Dutzende Migranten gezwungen, den zentralen Sappho-Platz der Stadt zu verlassen. Bei den Ausschreitungen seien mehrere Zuwanderer leicht verletzt worden, berichtete das griechische Staatsradio (ERT-Nord-Ägäis).

Vorher hatte es Attacken von aufgebrachten überwiegend rechtsextremen Einwohnern gegeben, die gegen die Besetzung des Sappho-Platzes durch Migranten protestierten. Sie bewarfen sie mit Steinen und Flaschen. Sogar eine Leuchtkugel sei gegen die Zuwanderer geschleudert worden. Diese besetzten den Platz seit vergangenen Mittwoch.

Die Polizei setzte Tränengas und Schlagstöcke ein, um die beiden Seiten auseinander zu halten, berichteten übereinstimmend Augenzeugen im Staatsradio. Die überwiegend aus Afghanistan stammenden Migranten forderten, zum griechischen Festland gebracht zu werden. Auf Lesbos kommt es immer wieder zu Protesten der Migranten und Flüchtlinge, die fordern, zum Festland gebracht zu werden. Sie hoffen dann, mithilfe von Schleusern nach Mitteleuropa zu kommen.

Die Registrierungslager auf den griechischen Inseln sind überfüllt. Im größten Lager von Moria auf der Insel Lesbos, das für rund 3000 Menschen ausgelegt ist, harren nach Angaben des Migrationsministeriums mehr als 6500 Menschen aus.

Das EU-Türkei-Abkommen vom März 2016 sieht vor, dass alle illegal in Griechenland eingereisten Schutzsuchenden in die Türkei abgeschoben werden, wenn sie in Griechenland kein Asyl bekommen. Bislang wurden nach griechischen Polizeiangaben 1596 Menschen auf dieser Grundlage zurück in die Türkei geschickt.

Quelle: n-tv.de, cam/dpa

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