Politik

Beileidsbekundungen für Schweden Putin: "Wir kennen die Grausamkeiten"

435316e28ad31bebad02293d152008b4.jpg

Soldaten sichern nach dem Anschlag das Stadtzentrum.

(Foto: REUTERS)

Die Tat erinnert frappierend an das Amri-Attentat in Berlin: In der schwedischen Hauptstadt Stockholm fährt ein Lkw in eine Menschenmenge. Es gibt Tote und Verletzte. Deutsche Politiker reagieren mit Entsetzen.

Die Bundesregierung hat nach dem Anschlag in Schweden den Opfern und Rettungskräften ihre Anteilnahme ausgedrückt. "Unsere Gedanken gehen zu den Menschen in Stockholm, zu Verletzten, Angehörigen, Rettern und Polizisten", teilte Regierungssprecher Steffen Seibert per Twitter mit. "Wir stehen zusammen gegen den Terror", fügte er hinzu.

Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven sagte: "Alles deutet auf einen Terroranschlag hin." In Stockholm war ein Lastwagen am Nachmittag vor einem gut besuchten Kaufhaus in eine Menschenmenge gerast und hatte anschließend das Geschäft gerammt. Dem schwedischen Inlandsgeheimdienst Säpo zufolge gab es "Tote und viele Verletzte".

Russlands Präsident Wladimir Putin hat Schweden sein tiefes Mitgefühl ausgesprochen. "In unserem Land kennen wir die Grausamkeiten des internationalen Terrorismus nicht nur vom Hörensagen", hieß es in einem Schreiben an den schwedischen König Carl XVI. Gustaf der Agentur Interfax zufolge. "In dieser schwierigen Stunde trauern die Russen gemeinsam mit dem schwedischen Volk." Putin wünschte den Verletzten eine baldige Genesung.

Auch Londons Bürgermeister Sadiq Khan zeigte sich solidarisch. London stehe geeint mit Stockholm und seinen Bürgern, teilte er mit. "Die Londoner wissen, wie es sich anfühlt, sinnlosen und feigen Terrorismus zu ertragen." Bei einem Anschlag in London in der Nähe des britischen Parlaments vor zwei Wochen waren mehrere Menschen getötet und etwa 40 verletzt worden.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier reagierte erschüttert. Er habe während seines Besuchs in Athen «von dem brutalen Angriff auf unschuldige Menschen in Stockholm erfahren», schrieb das Staatsoberhaupt. "Auch wenn die Hintergründe noch unklar sind: Unsere Gedanken und unsere Solidarität sind bei den Opfern und Verletzten, bei unseren schwedischen Freunden und allen Menschen in Stockholm."

*Datenschutz

Auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière erklärte: "Meine Gedanken und mein tiefes Mitgefühl sind bei jenen, die so jäh aus dem Leben gerissen worden sind und bei ihren Angehörigen." Er fügte hinzu: "Wir wissen noch nicht, ob es Bezüge zum internationalen Terrorismus gibt, auch wenn erste Bilder diesen Gedanken aufkommen lassen." Für die Sicherheitsbehörden sei diese Frage "wichtig und muss geklärt werden, aber für die Opfer und ihre Angehörigen, die sich an einem Freitagnachmittag vielleicht schon auf ihr Wochenende gefreut haben, ist die Motivation für diese furchtbare Tat zweitrangig".

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz twitterte: "Bin schockiert über den Anschlag in Stockholm." Seine Gedanken seien bei den Opfern und ihren Angehörigen. "Terror wird niemals siegen2, fügte der SPD-Chef hinzu.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg schrieb, "die Nachrichten, die aus Stockholm kommen, sind schrecklich". Auf Twitter sagte er weiter: "Mein tiefes Mitgefühl gilt allen, die betroffen sind." Die Nato stehe an der Seite des trauernden schwedischen Volkes.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker erklärte, dass "ein Angriff auf einen unserer Mitgliedsstaaten (...) ein Angriff auf uns alle" sei. Schweden könne auf Solidarität und jede erdenkliche Hilfe zählen. Er sprach den Familien der Opfer im Namen der Kommission sein Beileid aus und würdigte den Einsatz der Rettungskräfte.

Nach dem Anschlag rief das Auswärtige Amt Reisende in der Hauptstadt Stockholm zur Vorsicht auf. "Reisenden wird geraten, vorerst in ihren Unterkünften zu verbleiben und die Lageentwicklung über die Medien und diese Reise- und Sicherheitshinweise zu verfolgen", erklärte das Auswärtige Amt in seinen Reise- und Sicherheitshinweisen für Schweden. "Den Anweisungen der Sicherheitskräfte ist unbedingt Folge zu leisten", hieß es darin weiter. "Der Betrieb der U-Bahn wurde vorläufig eingestellt, das Parlamentsgebäude abgesperrt."

Quelle: n-tv.de, jwu/AFP

Mehr zum Thema