Politik

Doch keine Goldman-Verschwörung Putins Sprecher entschuldigt sich bei "SZ"

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Dieser Fauxpas wird dem russischen Präsidenten nicht gefallen haben.

(Foto: imago/Xinhua)

Der Kreml entschuldigt sich für falsche Angaben von Präsident Putin zu den Eigentümern der "Süddeutschen Zeitung". Kremlsprecher Peskow: "Es war am Ende meine Schuld." Putin hatte der "SZ" vorgeworfen, aus den USA gesteuert zu werden.

Russlands Präsident Wladimir Putin ist in seiner Bürgersprechstunde "Der direkte Draht" einem Fehler seiner Rechercheure aufgesessen, für den sich sein Sprecher jetzt offiziell bei der "Süddeutschen Zeitung" entschuldige. "Ich gebe zu, ich habe einen Fehler gemacht, für den ich mich jetzt in aller Form entschuldigen muss", so Dmitri Peskow.

Der russische Präsident hatte dem Blatt am Donnerstag wegen der Enthüllungen durch die "Panama Papers" vorgeworfen, im Auftrag der USA zu arbeiten. Wörtlich hatte er laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax gesagt: "Von wem kommen diese Provokationen? Wir wissen, dass Mitarbeiter amerikanischer Institutionen dabei sind. Zum ersten Mal ist dieser Artikel in der "Süddeutschen Zeitung" erschienen. Und die gehört zu einer Medienholding, die wiederum im Besitz des amerikanisches Unternehmens Goldman Sachs ist. Überall schauen die Ohren heraus, aber sie werden nicht einmal rot." Reue sei ihnen unbekannt.

Doch diese Behauptung war falsch. Putins Worte seien die Folge eines Fehlers derjenigen gewesen, die die Unterlagen für den Präsidenten vorbereitet hätten, sagte Peskow. "Das war unser Fehler, eigentlich mein Fehler", sagte er. Man hätte die Informationen besser noch einmal gegenchecken sollen.

Bewusst gegen Goldman Sachs entschieden

Richtig ist indes, dass die "Süddeutsche Zeitung" weder direkt noch indirekt Goldman Sachs gehört. Die "SZ" ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft des Süddeutschen Verlags. Dieser wiederum gehöre zu 81,25 Prozent der Südwestdeutschen Medienholding (SWMH) und zu 18,75 Prozent einer Münchner Verlegerfamilie. Auch die Südwestdeutsche Medienholding gehöre nicht zu der amerikanischen Investmentbank. "Die SWMH besitzt keine gesellschaftsrechtlichen Verbindungen zu Goldman Sachs", sagte Stefan Hilscher, Geschäftsführer der "Süddeutschen Zeitung".

Hinter der Südwestdeutschen Medienholding steht eine Vielzahl deutscher Tageszeitungsverlage. Die SWMH erwarb die Mehrheit an der SZ im Jahr 2008 von vier Münchner Verlegerfamilien. Damals hatte auch der Stuttgarter Verleger Dieter von Holtzbrinck für die Anteile geboten und dazu die Investmentbank Goldman Sachs an Bord geholt. Allerdings entschieden sich die vier Verlegerfamilien damals bewusst gegen Holtzbrinck und Goldman Sachs.

Quelle: n-tv.de, ppo

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