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"Fast vollständig" unter Kontrolle Rebellen vertreiben IS aus Manbidsch

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Ein Kämpfer der Fateh-al-Scham-Front in einem Panzer im Südwesten von Aleppo.

REUTERS

Die syrische Stadt Manbidsch ist für die Terrormiliz IS strategisch wichtig. Durch sie verläuft die Versorgungsroute zu ihrer Hochburg Rakka. Nun soll der IS in Manbidsch so gut wie geschlagen sein. Auch im Kampf um das geteilte Aleppo gibt es Neues.

Im Kampf gegen die IS-Islamisten in Syrien stehen von den USA unterstützte Truppen vor der Einnahme der strategisch wichtigen Stadt Manbidsch. Die Miliz Syrische Demokratische Streitkräfte (SDF) habe die Stadt im Grenzgebiet zur Türkei "fast vollständig" unter ihre Kontrolle gebracht, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Im Stadtzentrum gebe es allerdings noch einzelne Widerstandsnester.

Der Sprecher des mit der SDF-Miliz verbündeten Militärrats von Manbidsch sagte, die Kämpfe dauerten zwar an, aber die Islamisten seien aus etwa 90 Prozent der Stadt vertrieben. Ziel der seit zwei Monaten anhaltenden Offensive ist es demnach, die Versorgung der Islamisten zu unterbrechen. Manbidsch ist ein Knotenpunkt auf der Nachschubroute der Dschihadisten von der türkischen Grenze zu ihrer Hochburg Rakka in Syrien.

Die SDF, zu der auch die Kurden-Miliz YPG und arabische Kämpfer gehören, wird von der US-Luftwaffe unterstützt. Der Rückeroberung von Manbidsch dürfte ein Angriff auf die IS-Hochburg Rakka folgen.

Erfolg für Rebellen in Aleppo

Unterdessen eroberten islamistische Rebellen laut der Beobachtungsstelle eine strategisch wichtige Stellung der Regierungstruppen südlich von Aleppo. Die Stadt liegt knapp Hundert Kilometer von Manbidsch entfernt. Die Al-Nusra-Front, die sich kürzlich in Fateh-al-Scham-Front umbenannte, habe zusammen mit der Islamistenmiliz Ahrar al-Scham mehrere Gebäude einer Militärakademie in ihre Gewalt gebracht, hieß es. Zudem kontrollieren die Rebellen auch Teile eines Stützpunktes der syrischen Luftwaffe.

Damit könnten sie eine Versorgungsroute der von der Regierung gehaltenen Viertel unter Beschuss nehmen, erklärte die Beobachtungsstelle. Die Regierungskräfte seien trotz der Luftunterstützung der russischen Luftwaffe in einer sehr schwierigen Situation. Die Rebellen versuchen seit einigen Tagen, den Belagerungsring der Armee um die von den Rebellen kontrollierten Viertel Aleppos zu durchbrechen.

 Das syrische Staatsfernsehen berichtete von einer Gegenoffensive der Regierungstruppe in der Gegend und davon, dass Dutzende "Terroristen" getötet worden seien. So bezeichnet das Regime von Präsident Baschar al-Assad die Aufständischen.

Regierungstruppen und ihre Verbündeten hatten vor fast drei Wochen die letzte Versorgungsroute in den Ostteil der Stadt gekappt. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sollen bis zu 300.000 Menschen eingekesselt sein. Gelänge der Armee die Einnahme der gesamten Stadt, wäre dies eine schwere und womöglich entscheidende Niederlage für die Aufständischen.

Kerry will mit Moskau kooperieren

Derweil wollen die USA im Kampf gegen den IS enger mit Russland zusammenarbeiten. Ein Sprecher von US-Außenminister John Kerry sagte, es werde noch immer ein entsprechendes Abkommen angestrebt. Vor allem die Lage in Aleppo bereite Sorgen.

Der Vorschlag von Kerry sieht unter anderem eine Erneuerung der Waffenruhe in dem Bürgerkrieg und den Austausch von Geheimdienstinformationen für eine bessere Abstimmung von Luftangriffen auf IS-Stellungen vor. Zudem sollen der syrischen Luftwaffe Angriffe auf Rebellen verboten werden, die von den USA unterstützt werden.

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Quelle: n-tv.de, hul/rts/AFP/dpa

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