Politik

Aktuelle Umfrage Regierung holt auf

Knapp drei Monate vor der Bundestagswahl kennzeichnen klare Gewinne für die SPD und deutliche Verluste für die FDP nach einer Umfrage die politische Stimmung in Deutschland. In dem am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer erreicht die SPD 38 Prozent, fünf Prozentpunkte mehr als vor zwei Wochen. Die FDP sackt um vier Punkte auf 8 Prozent. CDU/CSU bekommen unverändert 40 Prozent, die Grünen bleiben bei 8 Prozent, die PDS verliert einen Punkt und rutscht mit 4 Prozent unter die 5-Prozent-Marke.

Wenn am nächsten Sonntag tatsächlich Bundestagswahl wäre, dann würden die längerfristigen Überzeugungen und auch taktische Überlegungen eine größere Rolle spielen, hieß es. Demnach würden die Wähler nach Einschätzung der Forschungsgruppe Wahlen etwas anders abstimmen. Die Projektion: SPD 36 Prozent (+1), Bündnis90/Grüne unverändert 7 Prozent, CDU/CSU unverändert 39 Prozent, die FDP 9 Prozent (-1), PDS unverändert 5 Prozent, die anderen Parteien wieder 4 Prozent. Damit hätte eine Koalition aus Union und FDP keine eigene Mehrheit.

Ähnlich sind die Ergebnisse einer Emnid-Umfrage für n-tv. In der Sonntagsfrage legt die Union im Vergleich zur Vorwoche um zwei Punkte auf 40 Prozent zu. Die SPD gewinnt einen Zähler und kommt auf 35 Prozent. Grüne (6 Prozent), FDP (9) und PDS (5) verlieren je einen Punkt.

In der Kanzlerfrage kann SPD-Amtsinhaber Gerhard Schröder in beiden Umfragen seinen Vorsprung vor Herausforderer Edmund Stoiber (CSU) erneut ausbauen. Auf die Frage, wen hätten Sie lieber als Bundeskanzler, nennen laut Politbarometer 54 Prozent Schröder (+2), 37 Prozent Edmund Stoiber (-1). Der Abstand ist damit von 14 auf 17 Prozentpunkte gestiegen. Bei Emnid kommt Schröder auf 53 Prozent (+2), Stoiber auf 35 Prozent (-1).

Auf die Frage des ZDF-Politbarometers, wer von den beiden am besten die wirtschaftlichen Probleme lösen kann, nennen Schröder 19 Prozent (Mai: 15 Prozent), Stoiber 29 Prozent (Mai: 32 Prozent). Aber die größte Gruppe mit 47 Prozent (Mai: 43 Prozent) sieht in dieser Hinsicht keinen Unterschied zwischen den beiden.

Im Kompetenz-Vergleich für die Themen Wirtschaft, Arbeitsplätze und Bildung liegt die Union nach der Umfrage klar vorne, bei Familie und Angleichung Ost-West die SPD. Auch hier ist die Gruppe der Unentschiedenen mit 23 bis 39 Prozent groß.

Auf der Liste der zehn wichtigsten Politiker in Deutschland führt weiterhin Joschka Fischer, leicht verbessert auf der Skala von +5 bis -5 mit dem Wert 2.2 (vor zwei Wochen: 2.1). Ebenfalls verbessert: Gerhard Schröder 1.7 (1.4), CDU-Chefin Angela Merkel 1.1 (0.9) und Innenminister Otto Schily 1.0 (0.9). Finanzminister Hans Eichel bleibt bei 0.8, Stoiber verbessert sich auf 0.7 (0.5), Verbraucherministerin Renate Künast auf 0.6 (0.5), FDP-Chef Guido Westerwelle sackt leicht auf 0.3 (0.4), der Berliner Wirtschafts-Senator Gregor Gysi (PDS) steht unverändert bei -0.4, Verteidigungsminister Rudolf Scharping bei -1.1.

Quelle: ntv.de