Politik

"Hispanics fühlen sich betrogen"Republikanische Abgeordnete bricht bei Abschiebungen mit Trump

17.09.2026, 21:43 Uhr
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Salazar spricht Trump in ihrem Video direkt an. (Foto: picture alliance / Sipa USA)

Es passiert nicht häufig, dass gewählte Republikaner US-Präsident Trump öffentlich kritisieren - schon gar nicht mit scharfen Worten. Eine Abgeordnete aus Florida tut nun genau das in einem Wahlvideo, in dem sie den Präsidenten auch vor seinen Beratern warnt.

Eine republikanische Kongressabgeordnete aus Florida hat sich in einem Wahlwerbespot gegen die harte Massenabschiebekampagne von US-Präsident Donald Trump gestellt. "Herr Präsident, einige Ihrer Maßnahmen zur Durchsetzung der Einwanderungsgesetze gehen zu weit", sagte Maria Elvira Salazar in einem online veröffentlichten Video, von dem sie auf X auch eine Version in spanischer Sprache teilte. Salazar ist selbst kubanischer Herkunft.

Im Juli hätten 50 Prozent der 50.000 durch die US-Einwanderungsbehörde ICE festgenommenen Personen keine Vorstrafen gehabt, behauptet die Politikerin. "Seien Sie vorsichtig mit dem, was Ihre Berater Ihnen über die Einwanderungspolitik erzählen."

"Dieselben Hispanoamerikaner [Personen mit spanischsprachigem, lateinamerikanischem Hintergrund], die Ihnen 2024 geholfen haben, ins Weiße Haus zu gelangen, fühlen sich heute betrogen." Trump könne für die Einwanderung das sein, was Lincoln für die Sklaverei und Reagan für den Kommunismus war. Sie spreche nicht davon, "ihnen Amnestie zu gewähren" - damit meint Salazar wohl Menschen, die illegal in die USA eingereist sind. "Ich spreche davon, ihnen ein würdiges Leben in diesem gelobten Land zu ermöglichen." Die Republikanerin hofft darauf, bei den Zwischenwahlen im November ihren Sitz im US-Abgeordnetenhaus halten zu können.

Die US-Regierung hatte vergangenen Winter Tausende Bundesbeamte von ICE und anderen Behörden unter anderem nach Minneapolis geschickt, die Razzien waren Teil der rigorosen Abschiebepolitik von Präsident Donald Trump. Nachdem Bundesbeamte zwei US-Bürger auf solchen Einsätzen erschossen hatten, weiteten sich Empörung und Proteste aus. 

Inzwischen hat ICE die Taktik verändert und setzt auf unauffälligere Abschiebestrategien. Tödliche Schüsse bei Verkehrskontrollen in Maine und Texas im Juli, bei denen ein Mexikaner und ein Kolumbianer getötet wurden, hatten jedoch erneut Proteste ausgelöst. Die US-Einwanderungsbehörde nahm im Juli fast 50.000 Menschen fest - mehr als je zuvor in einem Monat seit Beginn der zweiten Amtszeit von Trump.

Quelle: ntv.de, dsc/dpa/rts

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