Politik

Italien und Malta machen dicht Rettungsschiff mit 47 Flüchtlingen darf nicht anlegen

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Ein Schiff der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch ist derzeit auf der Suche nach einem sicheren Hafen.

(Foto: Jon Stone)

Seit sechs Tagen sucht ein Schiff der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch Schutz vor einem Sturm auf dem Mittelmeer - bislang ohne Erfolg. Die nächstgelegenen Länder Malta und Italien verweigern den Zugang zu ihren Häfen.

Ein Rettungsschiff mit 47 Flüchtlingen an Bord sucht angesichts eines Sturms im Mittelmeer einen Hafen zum Anlegen. "Die SeaWatch3 sucht Schutz vor bis zu 7 Meter hohen Wellen, Regen und eisigem Wind", schrieb die deutsche Hilfsorganisation Sea-Watch im Kurzbotschaftendienst Twitter, gefolgt von dem Aufruf: "Europa, wir brauchen einen sicheren Hafen!" Italiens Innenminister Matteo Salvini hatte zuvor kategorisch ausgeschlossen, Menschen von Bord der "Sea Watch 3" in Italien an Land gehen zu lassen.

Auf Twitter schrieb der Parteichef der rassistischen Lega von einer "Provokation" der Retter, die nach Tagen in maltesischen Gewässern Kurs auf die italienische Küste genommen hätten. "Niemand wird in Italien aussteigen", warnte Salvini. Sein Land sei bereit, Medikamente und Lebensmittel an Bord zu bringen, "aber italienische Häfen sind und bleiben geschlossen".

Das unter niederländischer Flagge fahrende Hilfsschiff hatte die Einwanderer und Asylsuchenden vor sechs Tagen vor Libyens Küste aufgegriffen. Seitdem weigern sich die nächstgelegenen EU-Länder Malta und Italien trotz eines nahenden Sturms, das Schiff anlegen zu lassen. Nach Angaben maritimer Kursverfolgungs-Webseiten war die "Sea Watch 3" zuletzt in Richtung Sizilien unterwegs.

Am Samstag waren beim Untergang zweier Flüchtlingsboote im Mittelmeer vermutlich mehr als 170 Menschen ertrunken.

Quelle: n-tv.de, lle/AFP

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