"Leidet an Napoleon-Komplex"Ricarda Lang teilt gegen Markus Söder aus

Söder und Lang verbindet eine waschechte Hassfreundschaft. Beide sticheln immer wieder gegeneinander. Beim Karneval holt die ehemalige Grünen-Vorsitzende zum Rundumschlag gegen den CSU-Chef aus. Das "Nürnberger Würstchen" hat keine Chance, sich zu verteidigen.
Ex-Grünen-Chefin Ricarda Lang hat einen Auftritt im Karneval für Sticheleien gegen den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder genutzt. Bei der Verleihung zum Orden wider den tierischen Ernst in Aachen, einer traditionsreichen Karnevalssitzung, sprach die 32-Jährige unter anderem vom "Nürnberger Würstchen mit der Lizenz zum Tröten, Markus Söder".
"Der fränkische Fleischsommelier ist das beste Beispiel dafür, dass auch groß gewachsene Männer am Napoleon-Komplex leiden", sagte Lang, als sie bei ihrer Rede auf den CSU-Vorsitzenden zu sprechen kam. Der "Napoleon-Komplex" beschreibt die Theorie, dass vor allem Männer mit geringer Körpergröße versuchen, ihre Größe durch übertriebenen Ehrgeiz, Aggressivität, Dominanzstreben oder Statussymbole zu kompensieren. Dadurch wollen sie sich weniger minderwertig fühlen.
Bei der Verleihung zum Orden wider den tierischen Ernst treten regelmäßig Politiker auf und halten Karnevalsreden. Am Ende des Abends wird eine neue sogenannte Ordensritterin oder ein neuer Ordensritter ausgezeichnet. In diesem Jahr geht die Ehrung an Bundesforschungsministerin Dorothee Bär von der CSU.
Bär war auch der Anlass für Langs Bemerkung über Söder. "Liebe Doro Bär, ich sehe überhaupt gar keinen Anlass, irgendwas Fieses zu deiner Person zu sagen, denn den Job erledigt ja auch schon ein anderer", erklärte Lang. Dann erinnerte sie an eine Situation auf einem CSU-Parteitag im Dezember. Söder hatte dort gesagt: "Keine Frage, wir erwarten uns nicht viel von dir, aber viel Geld nach Bayern, liebe Doro, hä hä, das wäre schön." Vielfach wurden die Bemerkungen als demütigend oder fies interpretiert.
Bär verteidigt Söder und Merz
Bär hatte die Debatte um die Worte des CSU-Parteichefs danach allerdings als übertrieben dargestellt. "Ich wusste schon, während er es gesagt hat, dass er es nicht so meint", hatte sie der "Süddeutschen Zeitung" gesagt. "Er hat sich mittlerweile mehrfach dafür entschuldigt. Und jetzt ist auch mal wieder gut."
Ihre Rede bei der Ordensverleihung nutzte die Bundesraumfahrtministerin für einen Kommentar zur von Kanzler Friedrich Merz ausgelösten "Stadtbild"-Debatte. Bär stellte auf der Bühne die Frage, welcher Politiker wohl für eine Mondreise infrage käme. Irgendwann kam sie in ihrer Rede, die sie Reimform vortrug, bei Merz an. "Wäre ein Sauerländer auf dem Mond, okay? Grundsätzlich ja, nur der Kanzler nicht, denn wir brauchen auf Erden sein Gewicht", reimte die 47-Jährige.
Für US-Präsident Donald Trump finde Merz "die richtigen Töne" und er sage "nicht nur das Schöne". Dann ergänzte sie: "Das Wort 'Stadtbild' stört wenig, wenn das Weltbild stimmt."