Politik

Debatte um Spitzensteuersatz Röttgen begrüßt Linke-Steuervorstoß

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Der deutsche Facharbeiter soll nicht den Spitzensteuersatz zahlen, sagt die Linke. Und CDU-Politiker Röttgen stimmt zu.

(Foto: picture alliance / Patrick Pleul)

Die Linke will angesichts der prall gefüllten Haushaltskassen die Steuerzahler entlasten und schlägt vor, den Steuerhöchstsatz später zu erheben als bislang. Die Idee hat auch für CDU-Politiker Röttgen einen gewissen Charme.

CDU-Politiker Norbert Röttgen hat den Linke-Vorstoß für einen erst später greifenden Spitzensteuersatz begrüßt. Dies sei eine "Forderung, die ich nicht falsch finde", sagte er im "ntv Frühstart". Linke-Fraktionschef Dietmar Bartsch hatte angeregt, dass der Spitzensteuersatz erst ab einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 70.000 Euro gilt - statt ab 56.000 wie bisher. "Ein Steuersystem, das schon Facharbeiter zu Spitzenverdienern macht, ist ungerecht und verliert zunehmend Akzeptanz", sagte er.

Röttgen sagte, dass im Steuersystem etwas nicht stimme, weil "in der Mitte unserer Gesellschaft die Steuer zu fest zugreift". Angesichts des Rekordüberschusses beim Bund im vergangenen Jahr forderte er Entlastung für alle. Die entsprechenden Spielräume seien da.

Der Bund hat im vergangenen Jahr einen Überschuss von 13,5 Milliarden Euro erzielt. Dazu kommen 5,5 Milliarden Euro, die anders als geplant, nun doch nicht aus einer Rücklage entnommen wurden. Der Spitzensteuersatz beträgt zurzeit 42 Prozent und gilt ab rund 56.000 Euro Jahreseinkommen. Ab gut 260.000 Euro gilt die sogenannte Reichensteuer von 45 Prozent.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa