Politik

Behörden rufen zu Ruhe aufRussischer Soldat schießt auf der Krim um sich

04.08.2026, 11:53 Uhr
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Das Lenin-Denkmal der Stadt Sewastopol im Februar 2024 (Foto: picture alliance/dpa)

Noch ist das Motiv unklar: Auf der russisch besetzten Krim tötet ein Soldat mehrere Menschen. Im russischen Hinterland hingegen gibt es erneut Angriffe durch die Ukraine. Sie richten sich wieder einmal gegen den größten Online-Versandhändler des Landes.

Auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim hat ein russischer Soldat das Feuer auf Kameraden und Zivilisten eröffnet und vier Menschen getötet. Der Mann habe zunächst einen seiner Kameraden erschossen und einen weiteren verletzt, teilte der von Russland eingesetzte Gouverneur der Region Sewastopol, Michail Raswoschajew, mit. Danach habe der Soldat drei Zivilisten getötet. Drei weitere Menschen seien verletzt worden. Der Angreifer sei festgenommen worden.

Zum Motiv des Angreifers gab es bislang keine Angaben. "Alle Umstände und Ursachen des Vorfalls werden derzeit untersucht", sagte Raswoschajew. Er rief die Bevölkerung dazu auf, Ruhe zu bewahren und keine Gerüchte zu verbreiten. Die Krim ist eine strategisch wichtige und stark militarisierte Halbinsel am Schwarzen Meer, die eigentlich zur Ukraine gehört, aber 2014 von Russland annektiert wurde.

Wieder Angriffe auf Wildberries

Die Ukraine griff indes erneut an mehreren Stellen den größten russischen Online-Versandhändler Wildberries an. Nach einer Attacke auf ein Lagerhaus in der Siedlung Krasny Bor im Gebiet Leningrad um die Metropole St. Petersburg brach nach Angaben von Gouverneur Alexander Drosdenko ein Feuer aus. Das Unternehmen bestätigte einen Brand an einem Logistikzentrum in Krasny Bor. Die Mitarbeiter seien rechtzeitig in Sicherheit gebracht worden, Verletzte gebe es nicht.

Im Moskauer Gebiet kamen nach Angaben von Gouverneur Andrej Worobjow fünf Menschen bei einem ukrainischen Drohnenangriff ums Leben. Zehn Personen seien verletzt worden, sechs von ihnen wurden demnach in Krankenhäuser gebracht. Bei der Stadt Tschechow brachen Feuer in einem Industriegebiet aus, wie er mitteilte. Den größten Brand gab es demnach bei einem Lagerhaus, das auch von Wildberries genutzt werde. In sozialen Medien kursierten nicht überprüfbare Fotos, die Rauch über einem Lagerhaus und evakuierte Mitarbeiter zeigen sollen.

In der nordwestlich von Moskau gelegenen Region Twer sprachen Behörden ebenfalls von Schäden an einem Wildberries-Lager. Herabstürzende Drohnentrümmer hätten eine Wand der Lagerhalle im Dorf Emmaus beschädigt, hieß es. Mitarbeiter seien nicht verletzt worden.

Auch die Ukraine beklagte nach russischen Angriffen Todesopfer. In der nordostukrainischen Stadt Sumy wurden dem Chef der Militärverwaltung, Oleh Hryhorow, zufolge zwei Mädchen im Alter von 5 und 10 Jahren sowie eine Frau getötet. Russland habe Gleitbomben eingesetzt. Davon seien sechs in zivile Infrastruktur eingeschlagen, zwei konnten demnach abgewehrt werden. In Mykolajiw im Süden der Ukraine kam nach Angaben von Militärgouverneur Heorhij Reschetilow eine 89-Jährige ums Leben. Sieben weitere Menschen wurden demnach verletzt. Mehrere Wohnhäuser und ein Auto seien beschädigt worden.

Quelle: ntv.de, ghö/rts/dpa

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