Politik

Infrastruktur im VisierRussland: Ukraine greift St. Petersburg an - Ölterminal brennt

18.10.2026, 08:50 Uhr
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Rauch steigt über dem Ölterminal in St. Petersburg auf: Bereits im Juni wurde die Anlage getroffen, wie auf diesem Bild zu sehen ist. (Foto: picture alliance/dpa | Ulf Mauder)

Die Ukraine wehrt sich gegen Russlands Angriffskrieg. Nun nimmt Kiew offenbar erneut die Großstadtregion St. Petersburg ins Visier. Ein Ölterminal steht in Flammen - auch ein Rechenzentrum wird nach russischen Angaben getroffen.

Die russischen Behörden haben einen massiven ukrainischen Drohnenangriff auf die Region St. Petersburg gemeldet. Der Gouverneur der Region, Alexander Drosdenko, schrieb im Onlinedienst Telegram, 126 Drohnen seien abgeschossen worden. Trümmer seien auf Wohnhäuser, Autos und Stromleitungen gestürzt und hätten Stromausfälle verursacht. "Ein großangelegter Angriff mit UAVs (unbemannten Luftfahrzeugen) wird weiterhin abgewehrt", schrieb Drosdenko.

Der Gouverneur der Stadt, Alexander Beglow, erklärte, mindestens ein Mensch sei bei dem ukrainischen Angriff ums Leben gekommen. Fünf weitere wurden demnach verletzt. Zuvor hatte er mitgeteilt, der Angriff habe ein Feuer im St. Petersburger Ölterminal ausgelöst, das bereits im Juni getroffen worden war. "Die Luftverteidigungssysteme sind im Einsatz", schrieb Beglow auf Telegram. "Aus Sicherheitsgründen" sei der Betrieb am Petersburger Flughafen Pulkowo eingeschränkt worden. Passagiere und Mitarbeiter wurden demnach an sichere Orte gebracht.

Nach russischen Angaben wurde bei den Angriffen zudem ein Rechenzentrum getroffen. Es gehört der russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge der Internetfirma VK, die ein in Russland beliebtes soziales Netzwerk betreibt. Ukrainische Medienberichte, wonach Videos einen Treffer auf einer achtspurigen Brücke in St. Petersburg zeigten, bestätigte die russische Seite zunächst nicht. Russland hatte jüngst eine Brücke in der ukrainischen Hauptstadt Kiew getroffen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte vor einigen Tagen der "Financial Times" gesagt, die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Einstellung der beiderseitigen Angriffe auf Energieinfrastruktur sei für ihn "aufgehoben". Die Angriffe würden wieder aufgenommen.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als viereinhalb Jahren mit westlicher Unterstützung gegen einen russischen Angriffskrieg. Kiew greift dabei auch immer wieder Ziele in Russland fernab der Front an, um Moskau die Fortsetzung des Kriegs zu erschweren.

Quelle: ntv.de, nbr/AFP/dpa

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