Politik

Treffen mit den USA Russland kündigt neue Syrien-Gespräche an

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Im Osten Aleppos kam es im September zu den schwersten Luftangriffen seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs 2011.

(Foto: REUTERS)

Nach fortdauernden Angriffen auf Aleppo erklären die USA die Syrien-Gespräche vor knapp einer Woche für beendet. Moskau zufolge starten die beiden Großmächte jetzt einen neuen Anlauf für eine politische Lösung. Ankara warnt derweil vor einem Weltkrieg.

Russland und die USA werden ihre Gespräche über den Krieg in Syrien an diesem Samstag fortsetzen. Russlands Außenminister Sergej Lawrow kündigte ein Treffen mit seinem US-Kollegen John Kerry für den 15. Oktober in Lausanne an. Gemeinsam sollen Wege einer politischen Lösung im Syrien-Krieg besprochen werden, teilte das Außenministerium in Moskau mit. Auch Vertreter der Türkei, des Iran und von Saudi-Arabien sollen daran teilnehmen.

Das Weiße Haus bestätigte das Treffen, erklärte allerdings ausdrücklich, es werde keine bilateralen Gespräche geben, sondern lediglich ein Treffen der internationalen Unterstützergruppe. "Der Grund für unseren Abbruch direkter Gespräche ist die Unfähigkeit Russlands, sich an seine Zusagen zu halten", sagte der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Josh Earnest. Er zweifelte Russlands Glaubwürdigkeit an. Die USA arbeiteten auf einer Vielzahl diplomatischer Ebenen. Dabei habe man notwendigerweise auch mit Russland Kontakt.

Neue Angriffe auf Aleppo

Die Beziehungen zwischen den USA und Russland befinden sich derzeit auf einem Tiefpunkt, beide Großmächte verfolgen grundlegend unterschiedliche Interessen in Syrien. Im Zentrum der Spannungen steht die umkämpfte Metropole Aleppo - dort führen syrische Truppen mit russischer Luftunterstützung derzeit eine Offensive durch, um die Stadt zurückzuerobern. Als Reaktion darauf hatten die USA den Dialog mit Russland über eine neue Waffenruhe ausgesetzt.

Bei neuen Angriffen auf die Rebellengebiete sollen im Osten der Stadt mindestens 25 Menschen getötet worden sein. Mehr als 20 Menschen seien bei dem Bombardement auf einen Markt im Stadtteil Al-Ferdous verletzt worden, teilte die Organisation der Weißhelme mit. Die Angriffe wurden mutmaßlich von syrischen Regierungstruppen oder Russland ausgeführt.

Bereits am Dienstag war es nach Tagen relativer Ruhe erstmals wieder zu schweren Luftangriffen auf Aleppo gekommen. Dabei starben nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte 27 Menschen. Die Weißhelme berichteten sogar von 41 Todesopfern.

Umkämpfte Stadt

Mitte September hatten Kerry und Lawrow eine landesweite Waffenruhe zwischen Rebellen und Regierungstruppen ausgehandelt, die Feuerpause war allerdings nach nur einer Woche wieder zerbrochen. In den darauf folgenden Tagen begann die Offensive auf Aleppo. Eine neue Feuerpause soll die Lieferung dringend benötigter Hilfslieferungen ermöglichen.

Die nordsyrische Großstadt gehört zu den am stärksten umkämpften Gebieten im Bürgerkrieg. Anhänger des Regimes kontrollieren den Westen Aleppos, Rebellen den Osten. Dieser Teil der Stadt hatte Ende September die heftigsten Angriffe seit Ausbruch des Konflikts im Jahr 2011 erlebt.

Ankara warnt vor Weltkrieg

Russland fliegt als Partner des syrischen Regimes seit über einem Jahr Angriffe auf Ziele in dem Land. Um die Partnerschaft zu stärken, bestätigte der Moskauer Föderationsrat am Mittwoch ein Abkommen, das die unbefristete Stationierung russischer Kampfjets in Syrien vorsieht. Die gemeinsam auf den Weg gebrachte Vereinbarung sieht zudem Straffreiheit für russische Soldaten sowie freie Hand beim Transport von Munition und Waffen vor.

Die Türkei warnt derweil vor einer Eskalation des Konflikts, sollten sich die USA und Russland nicht einigen. Der stellvertretende Regierungschef Numan Kurtulmus sprach gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu von einem Krieg der beiden Großmächte. Der Konflikt habe die Welt "an den Rand des Beginns eines großen regionalen oder Weltkrieges" gebracht.

Quelle: ntv.de, chr/AFP/dpa

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