Politik

Nachfolger der Jet-ShahedsRussland soll schon die nächste Bedrohung in Arbeit haben

15.09.2026, 20:07 Uhr
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Die ukrainische Luftabwehr fängt eine russische Drohne ab. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Die Ukraine ist derzeit noch dabei, ihre Abfangdrohnen auf die schnellen, jetgetriebenen Shahed-Drohnen anzupassen. Lösungen sind in Sicht, aber noch nicht großflächig im Einsatz. Und bald könnte schon das nächste Problem auf die Flugabwehr zukommen.

Die Ukraine stellt sich darauf ein, dass Russland bald verstärkt günstige Marschflugkörper mit einer Geschwindigkeit von 500 bis 750 Kilometern pro Stunde einsetzt. Diese wären damit noch schneller als die meisten jetgetriebenen Shahed-Drohnen, die derzeit für Kopfzerbrechen sorgen. Denn die Entwicklung von Abfangdrohnen für diesen Geschwindigkeitsbereich muss erst noch abgeschlossen werden. Oft werden deswegen ukrainische Kampfjets mit teuren Luft-Luft-Raketen eingesetzt, die dadurch Mangelware geworden sind.

Der Drohnenexperte Serhij "Flash" Beskrestnow sagte laut der Nachrichtenagentur Unian bei Radio NV, die günstigen russischen Marschflugkörper könnten innerhalb eines Jahres auftauchen. Die Russen wüssten, dass die Ukraine bald Abfangdrohnen gegen die jetgetriebenen Shahed-Drohnen haben werde, deswegen arbeiteten sie an der nächsten Entwicklung. "Dann funktionieren die neuen Abfangdrohnen nicht mehr, weil die Geschwindigkeit noch höher ist", so Beskrestnow.

Der Drohnenexperte geht davon aus, dass die Ukraine vor weiteren Herausforderungen steht. Die kleinen, günstigen Marschflugkörper sollen eine höhere Manövrierfähigkeit besitzen und sehr tief fliegen können. Das macht das Abfangen für die Flugabwehr schwerer.

"Wir haben jetzt fünf Monate"

Beskrestnow zufolge müsse die Ukraine eigene, kostengünstige Abwehrraketen entwickeln, um der Bedrohung etwas entgegenzusetzen. "Wir haben jetzt fünf Monate, vielleicht ein halbes Jahr, um solche Feststoffraketen zu entwickeln und zu bauen, die dieses Problem bekämpfen können", so Beskrestnow zu Radio NV.

Der Experte sagte weiter, dass die Russen laut Geheimdienstinformationen bereits eine hohe Zahl entsprechender Marschflugkörper in der Entwicklung hätten. Die Größenordnung soll mit der Zahl der jetgetriebenen Shahed-Drohnen vergleichbar sein.

Der Einsatz von Marschflugkörpern durch Russland bei Angriffen auf die Ukraine ist seit Jahren an der Tagesordnung. In der Regel handelt es sich dabei jedoch um teure Raketen, von denen bei größeren Luftangriffen ein paar wenige Dutzend eingesetzt werden. Die Ukraine verfügt über eine Vielzahl an Flugabwehrsystemen, um diese zu eliminieren. Die Abschussquote ist deswegen oft sehr hoch.

Quelle: ntv.de, rog

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