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Sexfilmchen auf ARD und ZDF? SPD Berlin will feministische Pornos fördern

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Die Berliner SPD will Pornos entgegenwirken, in denen manche Szenen eher an #MeToo erinnern als an lustvollen, gleichberechtigten Sex.

(Foto: picture alliance / Christophe Ga)

Die Berliner SPD fordert in einem Antrag, feministische Sexfilme zu Bildungszwecken mit öffentlichen Mitteln zu finanzieren. Diese sollen dann in den Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender laufen. Sie sieht darin ein vielversprechendes Werkzeug gegen Sexismus.

Die SPD Berlin will sich für feministische Pornos einsetzen. Während der Antrag der Jusos vor einem Jahr bei so manchem Genossen noch für Kopfschütteln sorgte, wollen die Sozialdemokraten nun auch feministische Sexfilme vom Staat finanzieren lassen, berichtete der "Tagesspiegel".

Dabei soll es nicht darum gehen, einfach mehr Sex zu zeigen. Hinter den Maßnahmen steckt vielmehr ein gleichstellungs- und gesundheitspolitisches Anliegen. Tatsächlich soll bei den Kurzfilmen die Darstellung von authentischeren sexuellen Handlungen im Fokus stehen. Dabei soll es vor allem gleichberechtigt zwischen Mann und Frau zugehen und keiner von beiden herabgewürdigt werden.  

In diesem Sinne steht "feministisch" nicht nur für Respekt gegenüber beiden Geschlechtern, sondern gleichermaßen für gute und gerechte Produktionsbedingungen am Set sowie die Darstellung sexueller Vielfalt. Denn nicht zuletzt prägt Pornografie - vor allem durch die freie Verfügbarkeit im Internet - heute als wesentlicher Teil sexueller Aufklärung maßgeblich das Bild, das junge Menschen von Sexualität haben, noch bevor es zu individuellen Erfahrungen kommt.

Das Vorbild für diese Art von öffentlichen Pornos kommt aus Schweden. Dort hat das staatliche Filminstitut 2009 die feministische Pornografiesammlung "Dirty Diaries" mit knapp 50.000 Euro gefördert. Demnach könnten in Deutschland laut SPD-Antrag die feministischen Sexfilme über die Mediatheken von ARD und ZDF verfügbar sein.

Die CDU hält dem "Tagesspiegel" zufolge die Politisierung des Themas für unangebracht. Laut der Gleichstellungsbeauftragten der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Katrin Vogel, gehörten Pornos einfach nicht in die öffentlich-rechtlichen Medien und auch die Bürger seien sicher nicht bereit, durch die Rundfunkgebühren indirekt die Pornoindustrie zu unterstützen, wenngleich der Konsum selbst laut der SPD gebührenfrei sein soll. Grüne und Linke wollten sich bislang noch nicht zu dem Thema äußern.

Quelle: n-tv.de, hny

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