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Mobiles Arbeiten per Gesetz SPD fordert Recht auf Homeoffice

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Damit die Arbeitszeit zuhause nicht ausufert, sollen Arbeitnehmer besser vor einer ständigen Erreichbarkeit geschützt werden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Vier von zehn Beschäftigten in Deutschland können theoretisch per Internet von zu Hause aus arbeiten. Doch Arbeitgeber gestatten nur einem Bruchteil tatsächlich den Wunsch nach flexibler Arbeit. Dieses Ungleichgewicht will die SPD mit einem Gesetz beheben.

Jeder Arbeitnehmer soll nach dem Willen der SPD das gesetzlich garantierte Recht haben, von zu Hause zu arbeiten. In einem Strategiepapier der Partei heißt es: "Wir werden ein Recht auf mobiles Arbeiten und Homeoffice gesetzlich verankern, damit mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von den digitalen Vorteilen profitieren können". Die 17-seitige Vorlage für die Klausur des SPD-Vorstands am kommenden Sonntag und Montag lag der Funke Mediengruppe und der Deutschen Presse-Agentur vor.

Derzeit könnten 40 Prozent der Beschäftigten in Deutschland theoretisch per Internet von zu Hause aus arbeiten, aber nur zwölf Prozent bekämen ihren Wunsch nach flexibler Arbeit von den Arbeitgebern erfüllt, begründet die SPD in dem Dokument ihre Forderung.

Damit die Arbeitszeit zuhause nicht ausufert, wollen die Sozialdemokraten der Funke Mediengruppe zufolge Arbeitnehmer besser vor einer ständigen Erreichbarkeit schützen. Zudem sollten Beschäftigte auf einem persönlichen Zeitkonto Überstunden oder Gutschriften durch Fort- und Weiterbildungen einzahlen können - dieses Guthaben könnten sie dann später in Freizeit umwandeln. Dies könnte etwa genutzt werden, wenn Menschen mehr Zeit für ihre Kinder oder die Pflege von Angehörigen haben möchten. Laut dem Bericht will die SPD nach ihrem Spitzentreffen ausloten, welche Vorschläge mit den Koalitionspartnern CDU und CSU umgesetzt werden können.

Die Parteispitze will sich bei ihrem Treffen auch mit Forderungen nach einer "Sozialstaatsreform" befassen, die Parteichefin Andrea Nahles zuletzt in einem Interview breit dargelegt hatte. Sie will die von SPD-Kanzler Gerhard Schröder eingeführte Hartz-IV-Reform überwinden. Die SPD steckt in einer tiefen Krise und bemüht sich um eine Erneuerung.

Quelle: n-tv.de, fzö/AFP/dpa

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