Politik

Mit CDU, Grünen, Linken und BSWSPD lädt in Sachsen-Anhalt überraschend zu Sondierungs-Gesprächen

23.09.2026, 17:51 Uhr
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Juliane Kleemann und ihr Co-Vorsitzender Andreas Schmidt laden Vertreter anderer Parteien zu Gesprächen. (Foto: picture alliance/dpa)

AfD und BSW sprechen in Sachsen-Anhalt über eine mögliche Zusammenarbeit. Doch plötzlich kommt trotz ihres einstelligen Wahlergebnisses die SPD aus der Deckung: Ist doch ein anderes Bündnis ohne die AfD denkbar?

Die sachsen-anhaltische SPD-Landesspitze hat Vertreter von CDU, Grünen, Linken und BSW überraschend zu Gesprächen zur Regierungsbildung nach der Landtagswahl eingeladen. Man stehe in der Verantwortung, "die bestehenden Möglichkeiten für die Bildung einer stabilen und handlungsfähigen Regierung ernsthaft auszuloten", heißt es in dem Schreiben der SPD-Landeschefs Juliane Kleemann und Andreas Schmidt an die anderen vier Parteien. Der Austausch soll am Dienstag in Magdeburg stattfinden.

"Mehr als zwei Wochen nach der Landtagswahl ist weiterhin offen, auf welcher politischen Grundlage und mit welcher Mehrheit eine neue Landesregierung für Sachsen-Anhalt gebildet werden kann", schreiben die SPD-Politiker.

Die Bereitschaft der SPD, Gespräche mit den demokratischen Parteien zu führen, sei unverändert vorhanden. "Dabei möchten wir insbesondere den im Raum stehenden Vorschlag zur Wahl eines überparteilichen Ministerpräsidenten erörtern und gemeinsam ausloten, ob sich daraus eine Perspektive für die Bildung einer stabilen Landesregierung ergeben kann."

Grüne und Linke nehmen das Gesprächsangebot an, wie Linken-Spitzenkandidatin Eva von Angern und Grünen-Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz bestätigten. "Wir freuen uns über die Initiative", sagte Sziborra-Seidlitz. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident und Noch-CDU-Landeschef Sven Schulze sagte, er werde die Einladung mit dem geschäftsführenden Landesvorstand besprechen.

BSW-Fraktionschef Thomas Schulze erklärte: "Wir freuen uns, dass unser Vorschlag des überparteilichen Ministerpräsidenten auf Zustimmung trifft und sind gleichzeitig verwundert, dass die stärkste Fraktion im Landtag nicht zu diesen wichtigen Gesprächen eingeladen wurde." Ein geeigneter Kandidat, der die Gräben überbrücke, müsse auch mit Stimmen der AfD gewählt werden. Für Gespräche über demokratische Parlamentsarbeit stehe man zur Verfügung, betonte Schulze.

AfD fehlen drei Stimmen im Parlament

Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vor zweieinhalb Wochen klar gewonnen. Doch ihr fehlen drei Stimmen im Parlament, um allein regieren zu können. Für eine Mehrheit im Parlament braucht es 42 Stimmen. Die AfD stellt 39 Abgeordnete. CDU, Linke, Grüne und SPD kommen zusammen ebenfalls auf 39 Sitze, das BSW ist mit 5 Abgeordneten vertreten.

Einzig das BSW ist auf das Angebot der AfD eingegangen, Gespräche zur Zukunft des Landes zu führen. AfD und BSW loten aktuell gemeinsam aus, inwiefern eine inhaltliche Zusammenarbeit möglich ist. Eine Koalition mit der AfD lehnt das BSW jedoch ab. Bei den Gesprächen geht es um Inhalte, die eine AfD-geführte Minderheitsregierung umsetzen müsste. Das BSW hatte sich in der Vergangenheit auch für einen überparteilichen Ministerpräsidenten ausgesprochen und offen für wechselnde Mehrheiten gezeigt.

Quelle: ntv.de, toh/dpa

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