Politik

Beichte nach Unfall Schockenhoff: Bin alkoholkrank

Hat CDU-Fraktionsvize Schockenhoff betrunken ein anderes Auto gerammt? Die Staatsanwaltschaft ermittelt, weil das Parlament nichts dagegen hat. Der 54-Jährige gesteht unterdessen ein, ein Alkoholproblem zu haben. "Ich brauche Hilfe", so der Parlamentarier.

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Andreas Schockenhoff

(Foto: dpa)

Gegen den CDU-Bundestagsabgeordneten Andreas Schockenhoff wird wegen des Verdachts der Unfallflucht und Trunkenheit im Verkehr ermittelt. Die Staatsanwaltschaft leitete ein Verfahren gegen den 54-jährigen Vize-Fraktionschef ein. Er hatte vergangenen Samstag nach einem Musikfest in Baindt im Kreis Ravensburg beim Ausparken ein anderes Auto beschädigt.

"Wir gehen derzeit davon aus, dass der Alkoholpegel von Herrn Schockenhoff zum Tatzeitpunkt über der absoluten Fahruntüchtigkeit von etwa 1,1 Promille lag", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Schockenhoff selbst räumte ein, ein Alkoholproblem zu haben. "Ich habe es mir lange nicht eingestanden", sagte der Parlamentarier der "Schwäbischen Zeitung". "Aber ich bin krank und brauche Hilfe." Schockenhoff sagte weiter: "Mir ist bewusst, dass ich alkoholkrank bin." Unabhängig vom Ermittlungsverfahren wolle er sich in den kommenden Tagen in ärztliche Behandlung und eine Therapie begeben. Er entschuldigte sich erneut für den Vorfall: "Auch bei meiner Familie und meinen Freunden, die ich durch meine Krankheit schwer belastet habe, entschuldige ich mich."

 Die eigentliche Tat hatte er in einer früheren Mitteilung bereits zugegeben und sich für sein Verhalten entschuldigt. Nach eigener Aussage wollte er den Parkunfall am nächsten Tag der Polizei melden. Die förmlichen Ermittlungen konnten eingeleitet werden, weil der Bundestag nicht innerhalb der vorgeschriebenen 48 Stunden mit Verweis auf Schockenhoffs Immunität widersprochen hatte.

Führerschein weg

Die Polizei hatte dem Abgeordneten noch Samstagnacht eine Blutprobe entnommen, die laut Staatsanwaltschaft deutlich über 2 Promille Alkohol ergab. Schockenhoff sagte bei der Polizei aus, nach der Fahrt zu Hause noch Wein getrunken zu haben. Dem Abgeordneten wurde am Donnerstag auch der Führerschein entzogen. Dagegen hatte er zunächst Widerspruch eingelegt.

Zu einem Bericht des "Kölner Stadt-Anzeigers", wonach er bereits zweimal wegen Alkohols Gegenstand von Beratungen im Immunitätsausschuss gewesen sei, sagte er: "In solchen Fällen besteht eine Verjährungsfrist nach zehn Jahren. In den letzten zehn Jahren hat es nichts gegeben." Schockenhoff bestätigte einen Vorfall in den 1990er Jahren, der im Immunitätsausschuss behandelt worden sei.

Quelle: ntv.de, dpa

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