Politik

Frust über PartnerSelenskyj: Verbündete haben wieder nicht vor Angriff auf Kiew gewarnt

14.10.2026, 03:18 Uhr
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Eine Rakete hat ein Hochhaus getroffen, in der Nacht wurden zwei Tote geborgen. (Foto: dpa)

In Kiew schlagen am Abend erneut russische Raketen ein. Es gibt Tote und Verletzte, ein Heizkraftwerk wird getroffen. Die ukrainische Luftwaffe hat den Angriff nicht kommen sehen - laut Präsident Selenskyj gab es erneut keine Hinweise von den internationalen Partnern.

Russland hat erneut ballistische Raketen auf Kiew abgeschossen und schwere Schäden in der ukrainischen Hauptstadt angerichtet. Auch diesmal habe es keine vorherige Warnung der Verbündeten gegeben, beklagte die Staatsführung. Die ersten Explosionen seien schon unmittelbar nach Auslösung des Luftalarms am späten Abend in der Millionenmetropole zu hören gewesen, berichtete das ukrainische Nachrichtenportal "The Kyiv Independent". Laut Bürgermeister Vitali Klitschko wurde ein neunstöckiges Wohngebäude getroffen und ging in Flammen auf. Es gebe mindestens 2 Tote und mehr als 20 Verletzte, so Klitschko in der Nacht.

Wie schon am Vortag hätten die internationalen Partner auch diesmal keine Warnhinweise auf einfliegende Raketen gegeben, sagte der ukrainische Präsidentenberater Dmytro Lytwyn laut "Kyiv Independent" vor Journalisten. Auch die ukrainische Luftwaffe habe dies bestätigt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte auf Facebook, die ukrainischen Systeme hätten die russischen Raketen erst erfasst, als diese sich Kiew bereits näherten. "Russischer Angriff mit einer ballistischen Rakete auf Kiew. Wieder einmal keine Vorwarnung von unseren Partnern", schrieb Selenskyj. Das Hauptziel sei die Energieinfrastruktur gewesen, insbesondere das Heizkraftwerk CHP-4. "Leider wurde es getroffen."

Schon kurz zuvor hatte Selenskyj über einen Angriff am Vorabend gesagt, es habe keine Vorwarnung gegeben. D er Präsident nannte dabei keinen Partner namentlich, betonte aber, das Land brauche ein starkes Amerika, ein starkes Europa und Partner, "die wirklich helfen". 

Trump bestreitet Informationsboykott

Die Ukraine verlässt sich in ihrem seit 2022 andauernden Abwehrkampf gegen Russland bislang vor allem auf Aufklärungsdaten des US-Militärs, aber auch auf die anderer Nato-Mitgliedsstaaten. Die US-Regierung hat zuletzt Vorwürfe aus Kiew bestritten, wonach militärische Informationen nicht mehr mit den Ukrainern geteilt würden. Auf die Frage eines Reporters vor dem Weißen Haus, ob die USA den Austausch von Geheimdienstinformationen mit der Ukraine eingestellt hätten: sagte US-Präsident Donald Trump: "Wir helfen ihnen und wir teilen Geheimdienstinformationen". Die USA wollten, dass der Krieg ende. 

Auch der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha sagte, es gebe weiterhin einen Austausch von Geheimdienstdaten mit den USA gebe. Dass Luftalarm in der Nacht zu Dienstag verspätet ausgelöst worden sei, habe an der Art der von Russland eingesetzten Waffen gelegen.

Weil es den ukrainischen Streitkräften nach viereinhalb Jahren Krieg an Munition zur Raketenabwehr mangelt, hat Russland die Angriffe auf Kiew und andere Städte verstärkt und nimmt dabei vor allem die Energieversorgung ins Visier. Die Angriffe führten bereits zu Strom- und Wasserausfällen und brachten zeitweise auch den U-Bahn-Verkehr zum Erliegen. Als Reaktion greift die Ukraine verstärkt Energieinfrastruktur in Russland an und nimmt dabei unter anderem Raffinerien und Öldepots ins Visier. US-Präsident Donald Trump, der wegen der infolge des Iran-Kriegs hohen Spritpreise unter Druck steht, verlangt ein Ende dieser Angriffe.

Trump hatte am Freitag eine Vereinbarung mit Kreml-Chef Wladimir Putin über die Lieferung von russischem Diesel bekanntgegeben. Mit dem umstrittenen Diesel-Deal setzte sich Trump über die vom Westen und den USA verhängten Russland-Sanktionen hinweg. Nach Kritik Selenskyjs an der Vereinbarung forderte Trump dessen Ablösung und Neuwahlen in der Ukraine .Am Sonntag hatte Trump dann erklärt, Russland und die Ukraine hätten einer Einstellung der Angriffe auf Energieanlagen im jeweils anderen Land zugestimmt. Moskau bestätigte eine solche Vereinbarung nicht.

Quelle: ntv.de, ino/AFP/dpa

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