Politik

Kiew aber vorbereitet Selenskyj rechnet nicht mit Eingreifen von Belarus

Sollte sich Belarus doch einschalten, dann ist Kiew laut Selenskyj gewappnet.

Sollte sich Belarus doch einschalten, dann ist Kiew laut Selenskyj gewappnet.

(Foto: picture alliance / SvenSimon-ThePresidentialOfficeU)

Trotz der Vorwürfe von Lukaschenko, dass Kiew Raketen auf das Nachbarland abgefeuert habe, geht der ukrainische Präsident Selenskyj nicht von einem Angriff belarussischer Truppen aus. Die Provokationen würden aber sehr sicher weitergehen. Derweil schnürt Großbritannien ein nächstes Sanktionspaket.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj geht nicht von einem Eingreifen des Nachbarlandes Belarus in den Krieg mit Russland aus. "Wir glauben, dass Belarus sich nicht in diesen Krieg hineinziehen lassen wird. Aber es gibt Provokationen, und sie werden weitergehen", sagte Selenskyj in einer Video-Ansprache auf einer Veranstaltung der Gruppe The Economist in Athen.

Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko hatte der Ukraine am Sonntag Raketenangriffe auf sein Land vorgeworfen. Die Geschosse seien jedoch abgefangen worden, sagte er. Das mit Russland verbündete Belarus diente nach dem Beginn der Offensive des Kreml gegen die Ukraine am 24. Februar als Basis für die russischen Streitkräfte. Die Ukraine gibt ihrerseits an, von Belarus aus seien wiederholt Raketen auf ukrainisches Gebiet abgeschossen worden. "Viele Raketen unterschiedlichen Kalibers wurden von belarussischem Territorium aus abgefeuert und haben der Ukraine viel Leid zugefügt", sagte Selenskyj. Er rief die belarussische Bevölkerung auf, "alles zu tun, um nicht in diesen Krieg hineingezogen zu werden". Die Ukraine sei jedoch für den Fall eines Angriffs "bereit".

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Der russlandtreue Lukaschenko hatte erst vor Kurzem auch verbal gegen den Westen geschossen. "Vor weniger als einem Monat habe ich den Einheiten der Streitkräfte den Befehl gegeben, die - wie man jetzt sagen kann - Entscheidungszentren in ihren Hauptstädten ins Visier zu nehmen", sagte der 67-Jährige unter anderem. Großbritannien hat derweil ein neues Sanktionspaket gegen Belarus angekündigt. Grund sei die Unterstützung Lukaschenkos für den russischen Angriff auf die Ukraine, teilte die Regierung in London mit. Lukaschenkos Regime hätte unter anderem Truppen eingesetzt und Raketen abgefeuert.

Das neue Paket umfasst Einfuhr- und Ausfuhrverbote für Waren im Wert von rund 60 Millionen Pfund. Betroffen sind unter anderem Erdölraffinerieprodukte, Hochtechnologiekomponenten und Luxusgüter sowie belarussisches Eisen und Stahl. Zudem wird die Emission von Schuldtiteln und Wertpapieren für weitere belarussische Unternehmen in London verboten. Großbritannien hatte zuletzt im Mai Sanktionen gegen Lukaschenko und hochrangige Regierungsvertreter verhängt.

Quelle: ntv.de, ysc/AFP/rts

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