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Im Südosten sind die Grenzen dicht Slowenien: Es gibt keinen Korridor

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Sie nehmen alle Strapazen auf sich, um ihrer Heimat oder anderen Flüchtlingslagern den Rücken zu kehren.

(Foto: REUTERS)

Seitdem Kroatien seine Grenzen zu Serbien sperrt, kommen immer mehr Flüchtlinge über die "grüne Grenze" in das Land, um nach Slowenien weiterzureisen. Die Slowenen stellen klar: Es gibt keinen Korridor durch das Land. Das hatte Kroatien behauptet.

Trotz der Sperrung von sieben Grenzübergängen zu Serbien erreichen immer mehr Flüchtlinge das EU-Mitgliedsland Kroatien. Mindestens 30 Busse seien in der Nacht zur Grenze gekommen, berichtete das serbische Staatsfernsehen in Belgrad. Die Flüchtlinge hätten Kroatien ungehindert über die "grüne Grenze" erreicht. Bis zum Vortag waren bereits 11.000 Flüchtlinge nach Kroatien gekommen. Die meisten landeten in der Stadt Beli Manastir im Nordosten an der Grenze zu Ungarn.

Slowenien wies die Behauptung Kroatiens zurück, beide Länder planten einen humanitären Korridor, um die Flüchtlinge in Richtung Österreich und Deutschland weiterreisen zu lassen. "Solche Äußerungen des kroatischen Innenministers sind nicht nur falsch, sondern auch gefährlich, weil sie etwas versprechen, was nicht geschehen darf", sagte Sloweniens Regierungschef Miro Cerar: "Slowenien hat mit Kroatien eine Schengen-Grenze, und wir dürfen niemanden durchlassen, der die Bedingungen für die Einreise in die EU nicht erfüllt."

Kroatien muss mit noch deutlich mehr Flüchtlingen rechnen. Aus Mazedonien kämen weiter jeden Tag im Schnitt bis zu 2000 Menschen, heißt es unter Berufung auf Helfer. Am Vortag hatte Kroatiens Innenminister Ranko Ostojic Serbien, Mazedonien und Griechenland aufgefordert, den weiteren Andrang der Flüchtlinge an ihren Grenzen zu stoppen.

Ungarn zieht weiteren Zaun

Ungarn errichtet unterdessen nun auch an seiner Grenze zu Kroatien einen Zaun, um weitere Flüchtlinge abzuhalten. Dies gab der rechtskonservative Ministerpräsident Viktor Orban bekannt. "Letzte Nacht wurde mit dem Bau des Zauns an der kroatischen Grenze begonnen", sagte Orban. "600 Soldaten wurden zu dem 41 Kilometer langen Abschnitt beordert, weitere 1000 werden bis zum Wochenende eintreffen." Die Grenze des Landes zu Kroatien hat insgesamt eine Länge von 355 Kilometern.

Am Donnerstag waren erstmals knapp 500 Flüchtlinge aus Kroatien kommend in Ungarn eingetroffen. Seit Ungarn am vergangenen Dienstag seine Grenze zu Serbien abgeriegelt hatte, versuchen die Menschen über Kroatien nach Westeuropa zu gelangen. Die 175 Kilometer lange Grenze zu Serbien hat Ungarn bereits in voller Länge mit einem Stacheldrahtzaun abgeschottet. Auch entlang der Grenze zu Rumänien ist auf einem kürzeren Abschnitt eine Sperranlage geplant.

Derweil könnte Tschechien nach den Worten von Ministerpräsident Bohuslav Sobotka Tausende von Flüchtlingen aufnehmen. In einem Interview mit der Zeitung "Hospodarske Noviny" sprach sich Sobotka aber erneut gegen die Einführung verbindlicher Quoten für die EU-Länder aus.

Quelle: n-tv.de, ppo/AFP/dpa/rts

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