Politik

Interaktiver Steuer-RechnerSo soll sich die Steuerreform auf Ihr Einkommen auswirken

02.09.2026, 17:10 Uhr
00:00 / 03:52
616311349
Große Runde im Kanzleramt: Friedrich Merz zu Beginn der Sitzung des Bundeskabinetts am 2. September. (Foto: picture alliance/dpa)

Der Entwurf der Bundesregierung liegt auf dem Tisch, Deutschland beginnt zu rechnen: Welche Auswirkungen ergeben sich aus der geplanten Steuerreform für kleine, mittlere und größere Einkommen? Ein Blick auf den interaktiven Einkommensteuer-Rechner.

Diese Weichenstellung sollen Millionen Deutsche im Geldbeutel spüren: Die Bundesregierung will mit den von Finanzminister Lars Klingbeil vorgestellten Steuerplänen der "Mehrheit der Steuerpflichtigen mehr Netto vom Brutto" verschaffen.

Der im Bundeskabinett verabschiedete Entwurf zum Einkommensteuerreformgesetz zielt demnach darauf ab, Steuerzahler "mit kleinen und mittleren Einkommen sowie insbesondere Familien mit Kindern" zu entlasten. Wie wirken sich die Reformpläne konkret auf verschiedene Einkommensverhältnisse aus?

Hinweis: Der Einkommensteuer-Rechner stammt aus der Entwicklungsredaktion stern.de und zeigt beispielhaft mögliche Auswirkungen der Reformpläne.

Der Einkommensteuer-Rechner ermittelt, wie sich die geplanten Reformen unter verschiedenen Bedingungen rein rechnerisch auf das verfügbare Einkommen auswirken könnten. Grundlage ist ein vereinfachter Vergleich zwischen dem geltenden Einkommensteuertarif 2026 und einer modellierten Rechnung auf Basis des Reformentwurfs. Dafür wird aus dem eingegebenen Jahresbruttoeinkommen ein zu versteuerndes Einkommen geschätzt.

Abgezogen werden unter anderem der Arbeitnehmerpauschbetrag und Sozialabgaben. Im Anschluss wird die voraussichtliche Veränderung bei der Einkommensteuer und beim Solidaritätszuschlag ermittelt. Für die mögliche Gesamtentlastung oder -belastung pro Jahr wird noch das zusätzliche Kindergeld berücksichtigt.

Wichtiger Hinweis: Die Ergebnisse beruhen auf Schätzungen und Modellierungen und können von der individuellen steuerlichen Situation und auch den Ergebnissen anderer Rechner abweichen. Sie sind als grobe Näherungswerte zu verstehen, die einen ersten Eindruck vermitteln können.

"Familien mit Kindern können mit unserer Reform ab 2028 mehr als 600 Euro im Jahr mehr in der Tasche haben als heute", versprach SPD-Politiker Klingbeil bei der Vorstellung der Pläne. "Wir machen unser Steuersystem gerechter", sagte er. "Die Spitzeneinkommen am obersten Ende müssen dafür einen etwas größeren Beitrag leisten. Das ist eine Frage der Fairness. Ab 280.000 Euro Jahreseinkommen wird künftig eine neue Superreichensteuer von 47 Prozent gelten."

Langer Weg vom Entwurf zum Gesetz

Noch handelt es sich bei dem Reformvorhaben um einen Gesetzentwurf der Bundesregierung. Bis die geplanten Änderungen bei der Einkommensteuer samt Anpassungen beim Grundfreibetrag, dem Spitzensteuersatz, der sogenannten Reichensteuer, dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag sowie beim Kinderfreibetrag und der Höhe des Kindergeldes in Kraft treten können, dürfte noch reichlich Zeit vergehen. Im Entwurf wird als entscheidendes Datum für die Einführung der 1. Januar 2027 genannt.

Noch ist nichts in Stein gemeißelt: Der Entwurf aus dem Finanzministerium wandert auf den vorgesehenen Wegen der Gesetzgebung zunächst in den Bundestag und muss anschließend noch die Beratungen im Bundesrat durchlaufen. Die Abgeordneten und auch die Vertreter der Länder werden sich ausführlich mit allen Details befassen. Dabei sind weitere Ergänzungen, Streichungen oder Veränderungen wahrscheinlich.

Quelle: ntv.de

EinkommensteuerKindergeldLars KlingbeilSteuerpolitikBundesregierungReichensteuer