Politik

Nach Kritik wegen Maaßen Söder nimmt Kramp-Karrenbauer in Schutz

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Selfie mit der Chefin der Unionsschwester (Archivbild): CSU-Chef Söder lobt Annegret Kramp-Karrenbauer.

(Foto: picture alliance/dpa)

Harmonische Töne aus den Reihen der Union: CSU-Chef Söder sieht seine Amtskollegin Kramp-Karrenbauer zu Unrecht an den Pranger gestellt. Die CDU-Vorsitzende schätze er "persönlich sehr". Nur bei der K-Frage reagiert er auffallend ausweichend.

Aus der Sicht von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder steht CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer derzeit unberechtigt in der Kritik. "Jetzt wird versucht, aus jeder Äußerung das möglichst Negative zu ziehen", sagte der CSU-Chef am Abend in der ARD-Sendung "Maischberger".

Er glaube, so Söder weiter, dass Kramp-Karrenbauer in den Debatten derzeit viel Unrecht widerfahre. Sie habe als Parteichefin zudem eine Menge dazu beigetragen, den Streit in der Union beizulegen. "Ich schätze sie persönlich sehr", betonte der CSU-Politiker.

Uneingeschränkt scheint der Chef der kleineren Unionsschwester allerdings nicht hinter seiner CDU-Kollegin zu stehen. Söder vermied es auch auf ausdrückliche Nachfrage hin, sich für eine Kanzlerkandidatur der amtierenden Bundesverteidigungsministerin auszusprechen. Für sich selbst schloss er dagegen jegliche Ambitionen in dieser Frage aus.

Wer folgt auf Merkel?

Ein Kanzlerkandidat aus Bayern wäre in der Geschichte der Bundesrepublik kein Novum, ein CSU-Kanzler allerdings schon. Vor rund 17 Jahren trat zum Beispiel der damalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber als Kandidat der Union bei der Bundestagswahl an, scheiterte damals aber gegen den sozialdemokratischen Amtsinhaber Gerhard Schröder.

Im Wahlkampf 1980 war der CSU-Politiker Franz-Josef Strauß - der als Minister für Atomfragen, Verteidigung und Finanzen bereits verschiedene Kabinettsposten auf Bundesebene bekleidet hatte - dem SPD-Kanzler Helmut Schmidt unterlegen. Zeitweise wurden auch Söders Vorgänger im Amt als CSU-Chef, Horst Seehofer, entsprechende Ambitionen nachgesagt. Der amtierende Bundesinnenminister hatte sein Amt als Parteivorsitzender zu Jahresbeginn an Söder abgegeben.

Kramp-Karrenbauer war zuletzt vor allem durch ihre Äußerungen zum Umgang mit dem CDU-Politiker und früheren Chef des Bundesverfassungsschutzes, Hans-Georg Maaßen, in die Kritik geraten. Die CDU-Chefin hatte auf Nachfrage ein mögliches Parteiausschlussverfahren in Erwägung gezogen. Ihre Worte hatten innerhalb der Union eine Debatte um die Ausrichtung der CDU und die von Kramp-Karrenbauer befürwortete Abgrenzung nach rechts ausgelöst. Die Junge Union zum Beispiel sprach mit Blick auf die anstehenden Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen von einem "Eigentor aus Berlin".

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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