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Anreizsystem für Homeoffice Söder setzt auf Zuckerbrot statt Peitsche

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Söder schlägt vor, Unternehmen bei der Einrichtung von Homeoffice-Arbeitsplätzen finanziell zu unterstützen.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-POOL)

Das Einführen von Homeoffice-Pflicht kommt für Bayerns Ministerpräsident Söder nicht infrage. Um Unternehmen in der Corona-Pandemie dennoch zum mobilen Arbeiten zu bewegen, schlägt der CSU-Chef ein Anreizsystem vor.

Bayern will Unternehmen mit Steuererleichterungen zur verstärkten Einrichtung von Homeoffice-Arbeitsplätzen in der Corona-Pandemie bewegen. Ministerpräsident Markus Söder erteilte einer Homeoffice-Pflicht eine Absage und schlug stattdessen ein Anreizsystem vor. Unternehmen sollten die Kosten für die Homeoffice-Ausstattung sofort abschreiben können. Er strebe eine bundesweite Regelung an.

"Homeoffice ist eine echte Chance und eine Notwendigkeit in der Pandemie", sagte Söder nach einer Videokonferenz mit Vertretern von Arbeitgebern und Gewerkschaften. In einem gemeinsamen Appell riefen der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Bayern und die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW) die Firmen auf, so viele Mitarbeiter wie möglich von zu Hause arbeiten zu lassen, um die Ansteckungsgefahren zu minimieren. "Wo immer es geht, sollten die Unternehmen den Beschäftigten mobile Arbeit gewähren", heißt es in der gemeinsamen Erklärung. Sie sollten prüfen, wo es "Luft nach oben" gebe.

64 Prozent der Arbeitsplätze sind "Homeoffice-fähig"

Söder sagte, nach Angaben der VBW seien 64 Prozent der Arbeitsplätze bei den Unternehmen "Homeoffice-fähig". Beim bayerischen Staat - dem größten Arbeitgeber - sei es die Hälfte. "Das Motto heißt: Mehr als bisher, wo immer es geht", sagte der Ministerpräsident. Er deutete an, dass auch in anderen Bundesländern ähnliche "Homeoffice-Gipfel" geplant seien. DGB und VBW betonten: "Die hohe Intensität an mobiler Arbeit ist derzeit eine Notmaßnahme." Wie es damit nach der Pandemie weitergehe, müsse dann auf Basis der jetzigen Erfahrungen entschieden werden."

Bayern hatte am Dienstag eine Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften verfügt. Damit sollten Infektionen auf dem Weg zur Arbeit vermieden werden, sagte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger. Bedürftige sollen aus den Beständen des Freistaats insgesamt 2,5 Millionen dieser Masken - fünf pro Person - geschenkt bekommen, die einen stärkeren Schutz bieten als die verbreiteten Mund-Nase-Masken.

Quelle: ntv.de, uzh/rts