Politik

Lockdown, aber nicht für alle Spahn: "Durchhalten bis zum Frühjahr"

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"Die vierte Welle kommt", sagt Gesundheitsminister Spahn.

(Foto: AP)

Nach der Ministerpräsidentenkonferenz deuten sowohl Bundeskanzlerin Merkel als auch CSU-Chef Söder an, dass es einen Lockdown für Impfverweigerer geben könnte. Nun zieht auch Gesundheitsminister Spahn nach und kündigt für den Herbst erneute Kontaktbeschränkungen an - allerdings nicht für alle.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet einem Medienbericht zufolge ab dem Herbst mit neuen Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie. "Die vierte Welle kommt", sagte Spahn laut "Bild"-Zeitung in einer offenen Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag. Auch eine neue Überlastung des Gesundheitssystems sei möglich. Man müsse daher "noch einmal durchhalten bis zum Frühjahr".

Spahn sagte demnach aber auch, dass "drei von vier Deutschen künftig keine Kontaktbeschränkungen erleben" werden. Er bezog des offensichtlich darauf, dass Geimpfte und Genesene von Einschränkungen ausgenommen werden sollen. Zugleich warnte der Minister laut "Bild" Ungeimpfte: "Jeder, der nicht geimpft ist, wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit in den nächsten Monaten anstecken."

Abkehr von der Inzidenz?

Die Linken-Vorsitzende Janine Wissler warnte davor, den Inzidenzwert nicht mehr als wichtigste Richtgröße in der Corona-Politik zu nutzen. "Bei aller berechtigten Kritik sind der Inzidenz und der R-Wert weiterhin die sinnvolleren Indikatoren für das Infektionsgeschehen", sagte Wissler dem "Spiegel". "Wer die Hospitalisierung zum Maßstab macht, ignoriert das Leid derer, die keinen schweren Verlauf haben, aber unter Langzeitfolgen leiden", kritisierte die Linken-Politikerin mit Blick auf entsprechende Vorstöße einiger Bundesländer.

Gestern hatte das Robert-Koch-Institut (RKI) gemeinsam mit den obersten Landesgesundheitsbehörden ein Konzept für ein bundesweites Corona-Warnsystem vorgelegt. Die Inzidenz soll laut dem Papier, das ntv.de vorliegt, nur noch einer von drei Faktoren sein. Das sechsseitige Papier mit Datum vom 29. Juli stand Bund und Ländern damit bereits seit zwei Wochen zur Verfügung. Ob und wo das Papier möglicherweise im Austausch von Gesundheitsministerium, RKI, Bund und Ländern feststeckte, ist unklar.

Nach Angaben des RKI stieg die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz erneut und liegt nun bei 30,1. Demnach wurden binnen 24 Stunden 5578 Neuinfektionen sowie 19 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus verzeichnet.

Quelle: ntv.de, cls/AFP

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