Politik

Kanzler müsse "endlich liefern"Strack-Zimmermann: Trump will Merz mit Truppenabzug "den Mittelfinger zeigen"

04.05.2026, 02:35 Uhr
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MUC-MUENCHEN-13-03
"Herr Merz sollte, bevor er ins Plaudern kommt, sich zukünftig überlegen, welche Folgen seine Worte haben", sagte Marie-Agnes Strack-Zimmermann. (Foto: picture alliance / SZ Photo)

Die Bundesregierung sollte den US-Truppenabzug ernst nehmen, warnt Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Trumps Entscheidung habe keine militärisch-strategischen Gründe. Der Kanzler müsse sich bewusster sein, welche Folgen seine Worte haben.

Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Europäischen Parlament, rät dazu, die jüngsten Entscheidungen aus Washington bezüglich eines Teilabzugs der US-Truppen aus Deutschland und die Absage an die Stationierung von US-Mittelstreckenraketen hierzulande ernst zu nehmen. Die US-Ankündigungen seien schon allein "deswegen ernst zu nehmen, weil der Truppenabzug nicht militärisch-strategischer Natur zu sein scheint, sondern offensichtlich aus der Motivation des US-Präsidenten heraus geschieht, Bundeskanzler Merz - einfach ausgedrückt - den Mittelfinger zu zeigen", sagte Strack-Zimmermann dem "Spiegel".

Von Bundeskanzler Friedrich Merz forderte die FDP-Politikerin mehr Besonnenheit. Die Europäer seien zwar auf einem guten Wege, die "US-Fähigkeiten zu kompensieren, benötigen aber mehr Zeit. Vor allem aber müssen endlich die nationalen Interessen innerhalb Europas reduziert werden. Auch Deutschland ist unter Merz Führung nach wie vor ein Land, das mehr auf sich als auf ganz Europa achtet", kritisierte Strack-Zimmermann.

Auf die Frage, wie die Bundesregierung auf die jüngsten Ankündigungen aus Washington reagieren sollte, sagte die Vorsitzende des EU-Verteidigungsausschusses: "Herr Merz sollte, bevor er ins Plaudern kommt, sich zukünftig überlegen, welche Folgen seine Worte haben. Selbstverständlich müssen wir selbstbewusst gegenüber Trump auftreten. Ich rate ihm vor allem aber endlich zu liefern." Deutschland habe mit dem Sondervermögen genug finanzielle Mittel und müsse seinen Verpflichtungen nachkommen, forderte die FDP-Politikerin.

Merz hatte Trump für seine Strategielosigkeit im Iran-Krieg öffentlich kritisiert, was für Verstimmung im Weißen Haus gesorgt hatte. "Wir haben eine unterschiedliche Betrachtung dieses Krieges", bekräftigte der Kanzler am Sonntagabend in der ARD seine Kritik. "Der Iran darf nicht in den Besitz der Atombombe kommen", stimmte er dem US-Präsidenten aber beim Kriegsziel zu. "Zu einer guten Partnerschaft gehört, dass man unterschiedliche Meinungen respektiert. Ich tue das und er tut das auch", beteuerte der Bundeskanzler im Gespräch mit Caren Miosga.

Quelle: ntv.de, bho

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