Drei Länder erwähntStrack-Zimmermann befürchtet weiteren Territorialhunger Trumps

Dass europäische Soldaten nach Grönland geschickt werden, bewertet die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im EU-Parlament positiv. In Hinsicht auf Trump warnt sie vor weiteren Szenarien. Bundesverteidigungsminister Pistorius rät indes von Gedankenspielen ab.
Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im EU-Parlament will Grönland durch europäische Soldaten schützen lassen – und befürchtet, dass Trump auch nach weiteren Territorien schielen könnte. Es werde nicht funktionieren, immer wieder in die Defensive zu gehen, um Trump zu beschwichtigen, sagte Marie-Agnes Strack-Zimmermann von der FDP laut Vorab der "Süddeutschen Zeitung". Wenn Trump die US-Flagge in Grönland hissen wolle, "sollten die europäischen Nato-Staaten eigene Soldaten schicken – und das passiert ja jetzt –, um die Lage zu eruieren".
Strack-Zimmermann warnte davor, dass Trump nicht von sich aus haltmachen werde. "Südlich von Grönland liegt Island. Sind wir wirklich sicher, dass er nicht auch nach dieser Insel greifen möchte? Was ist mit Irland, einem Inselstaat, der westlich von England und Wales im Atlantik liegt?" Auch Zypern sei wegen seiner strategischen Lage nicht sicher vor Trumps Zugriff. Aus der Vorabmeldung von "Süddeutsche Zeitung Dossier" geht nicht hervor, ob und wie Strack-Zimmermann diese Befürchtung belegt. Äußerungen Trumps oder der US-Regierung in diese Richtung sind nicht bekannt oder zirkulieren zumindest nicht.
"Regierungen zögern, gehen in die Defensive"
Die FDP-Politikerin forderte die Bundesregierung auf, aktiver zu werden und klare Worte auch gegenüber der US-Regierung zu finden. "Die Regierungen zögern, gehen gerne in die Defensive, glauben, dies würde Trump beschwichtigen – auch um die US-Unterstützung in der Ukraine nicht zu gefährden. Aber das wird so nicht funktionieren", sagte sie.
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius geht derzeit indes nicht von einer Annexion Grönlands aus. "Ich sehe nicht, dass es zu einer solchen Aktion kommt", sagte der SPD-Politiker jüngst dem ZDF. "Ich kann nicht in die Zukunft gucken und vielleicht werde ich eines Besseren oder Schlimmeren belehrt", sagte er und mahnte zu mehr Gelassenheit. "Ich glaube, es ist falsch, sich permanent mit dem 'Was wäre wenn' zu beschäftigen, sondern wir sollten einfach schlicht und ergreifend unsere Arbeit machen."
US-Präsident Donald Trump hatte wiederholt erklärt, die USA müssten Grönland für die eigene Sicherheit besitzen. Die Insel hätten auch Russland und China im Visier. Grönland ist ein autonomer Teil des Nato-Partners Dänemark.
Auf dessen Bitten hatten verschiedene Staaten einer Entsendung von Militär für einen Erkundungseinsatz zugestimmt. Auch Deutschland will 13 bis 15 Militärangehörige schicken. Es gehe dabei um die Sicherheit Grönlands, dies sei nicht gegen die USA gerichtet. Diese hätten ohnehin einen Stützpunkt dort. Ob die Bundeswehr-Truppe später aufgestockt werde, hänge von einer entsprechenden Bitte Dänemarks und einer Entscheidung der Nato ab, sagte Pistorius weiter. Er betonte, dass jegliche Maßnahmen gemeinsam mit den USA erfolgen müssten, da es sich um "gemeinsames Territorium" handle.