Politik

Wer übernimmt den CDU-Vorsitz? Süssmuth ermutigt Frauen, sich zu bewerben

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Die langjährige CDU-Vorsitzende Angela Merkel verfolgte mit Rita Süssmuth Ende Oktober die konstituierende Sitzung des Bundestags von der Tribüne aus.

(Foto: imago images/Future Image)

Vier Männer aus Nordrhein-Westfalen werden momentan als eheste Kandidaten für den CDU-Vorsitz gehandelt. Das ist Rita Süssmuth zu einseitig. Das Partei-Urgestein wünscht sich auch weibliche Bewerberinnen für die Laschet-Nachfolge. Sie hat auch schon eine Idee, wer das sein könnte.

Die langjährige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth hat Frauen in der CDU ermuntert, für den Parteivorsitz zu kandidieren. "Wenn keine Frau antritt, wäre das kein gutes Zeichen. Wir kämpfen für die Parität. Die Frauen sollten den Mut haben zu kandidieren. Es wäre ein wichtiges Signal", sagte Süssmuth dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Auf die Frage, welche Frauen den Parteivorsitz übernehmen könnten, nannte die 84-Jährige die Bildungsministerin von Schleswig-Holstein, Karin Prien, sowie die bisherigen Staatsministerinnen Annette Widmann-Mauz und Monika Grütters.

Von diesem Samstag an können Bewerber für den Posten des oder der CDU-Vorsitzenden nominiert werden. Die Frist läuft bis zum 17. November. Die neue Parteispitze soll auf einem Parteitag im Januar in Hannover gewählt werden. Davor werden die Parteimitglieder befragt, wer die Nachfolge von Parteichef Armin Laschet antreten sollte. Als wahrscheinliche Kandidaten gelten der ehemalige Unionsfraktionschef Friedrich Merz und der Außenpolitiker Norbert Röttgen. Für möglich, aber weniger wahrscheinlich gilt in Parteikreisen, dass sich Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus oder der Vorsitzende der Mittelstandsvereinigung der CDU/CSU, Carsten Linnemann, um den Posten bewerben. Alle vier kommen aus Nordrhein-Westfalen.

Der scheidende Kanzleramtsminister Helge Braun setzt auf eine breite Auswahl von Kandidaten. "Ich hoffe für eine spannende Mitgliederbefragung auf ein Kandidatenfeld mit echten Alternativen", sagte der CDU-Politiker der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". In diesem Jahr habe es das grundsätzliche Problem gegeben, dass die Entscheidungen der Führung von der CDU-Basis sehr kritisch gesehen worden und am Ende auch nicht erfolgreich gewesen seien. "Jetzt geht es um eine Versöhnung von Führung und Basis."

Braun betonte die Bedeutung des Zusammenhalts von CDU und CSU: "Wenn die Union nicht geschlossen ist, kann sie nicht erfolgreich sein. Und wenn CDU und CSU uneins sind, geht der Riss immer auch durch die CDU, weil es bei uns auch viele Freunde der CSU gibt." Auf die Frage, ob das auch mit diesem CSU-Vorsitzenden möglich sei, antwortete Braun: "Selbstverständlich ist ein Schulterschluss mit Markus Söder möglich."

Söder bietet seine Hilfe an

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Der wiederum bot der CDU an, sich in den anstehenden Landtagswahlkämpfen zu engagieren. "Wir wollen als CSU unseren Beitrag leisten, dass die Union insgesamt wieder an Stabilität gewinnt", sagte Söder den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Wir müssen nach diesem Wahlkampf ein neues Miteinander finden." Mit dem nächsten CDU-Vorsitzenden werde er sicher gut zusammenarbeiten. Söder sieht die Ministerpräsidenten im Machtgefüge der Union gestärkt. "Wir haben eine Reihe starker Ministerpräsidenten, die neben dem neuen Parteivorsitzenden eine neue zentrale Rolle einnehmen werden", sagte er.

Eine Ampel-Regierung ticke zentralistisch, daher komme dem Bundesrat und den Ländern eine besondere Rolle zu. Der Union müsse ihr konservatives und soziales Profil schärfen und "die Interessen der sozialen Mitte vertreten - der vielen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die mit extrem steigenden Spritpreisen und Heizkosten überfordert sind". Die Union sei gegen Drogen-Legalisierung, massenhafte Zuwanderung und die massive Verschuldung in Europa, sie sei "die politische Kraft des gesunden Menschenverstandes".

Quelle: ntv.de, fzö/dpa

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