Politik

Prorussische Separatistengebiete Syrien erkennt Luhansk und Donezk als Staaten an

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Syriens Machthaber Baschar al-Assad (l.) ist ein enger Verbündeter Moskaus.

(Foto: picture alliance/dpa/TASS)

Kurz vor der russischen Invasion erkennt Kremlchef Putin die ostukrainischen Separatistengebiete als souveräne Staaten an. Nun folgt Syrien als erstes Land dem Beispiel Moskaus. Diplomatische Beziehungen zu den "Volksrepubliken" sollen bald aufgenommen werden, heißt es aus Damaskus.

Russlands enger Verbündeter Syrien hat die beiden ostukrainischen Separatistengebiete Luhansk und Donezk offiziell als unabhängige Staaten anerkannt. Das meldete die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana unter Berufung auf das Außenministerium in Damaskus. Es sollen mit beiden "Ländern" Gespräche geführt werden, um diplomatische Beziehungen aufzunehmen.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte die beiden Separatistengebiete kurz vor dem Überfall auf die Ukraine Ende Februar unter großem internationalen Protest als unabhängige "Volksrepubliken" anerkannt. Der Westen warf Putin daraufhin einen Bruch des Völkerrechts vor. Nach offizieller Lesart des Kreml sollen die Gebiete von ukrainischen Nationalisten "befreit" werden. Beobachter sehen darin einen Vorwand für den Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Syrien ist nach Russland das erste Land, das die Separatistengebiete als Staaten anerkennt. Moskau ist im syrischen Bürgerkrieg neben dem Iran der engste Verbündete der Führung in Damaskus. Nicht zuletzt dank des russischen Militäreinsatzes kontrollieren die Anhänger von Machthaber Baschar al-Assad wieder rund zwei Drittel des Landes.

Seit April 2014 kontrollieren die Separatisten dank russischer Unterstützung Teile der Regionen Donezk und Luhansk und kämpfen gegen die Armee der ukrainischen Regierung. Die Luhansker Separatisten werden von dem ehemaligen Geheimdienstler Leonid Passetschnik angeführt. In Donezk ist Denis Puschilin der Chef. Kiew hatte die Gebiete bereits vor der Anerkennung durch den Kreml als russisch besetzt eingestuft.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa

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