Politik

Neue Attacken aus Weißem HausTrump: Selenskyj ist "kein guter Mann für uns zum Verhandeln"

16.10.2026, 07:06 Uhr
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Werden keine Freunde mehr: Selenskyj und Trump am Rande der Generalversammlung der Vereinten Nationen im September. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

US-Präsident Trump will den Ukraine-Krieg so schnell wie möglich beenden - mit einem guten Deal für sich. Dabei setzt er auf russischen Diesel und auf Kremlchef Putin. Für Trump ist der Aggressor offenbar der bessere Verhandlungspartner.

US-Präsident Donald Trump hat die Wiederaufnahme der ukrainischen Angriffe auf russische Raffinerien scharf kritisiert. "Ich halte das für eine Schande", sagte Trump dem Sender Newsmax. Durch die Attacken würden die weltweiten Energiepreise in die Höhe getrieben. "Er tut der Welt damit keinen großen Gefallen", kritisierte Trump den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.

Trump warf Selenskyj zudem vor, er zeige weniger Verhandlungsbereitschaft als Kremchef Wladimir Putin. Wenn es ein Abkommen geben sollte, dann nur ohne Selenskyj, sagte Trump. "Er will", so Trump. "keine Übereinkunft. Er sagt, er möchte eine Übereinkunft, aber er will keine. Nein, ich bin kein großer Fan von Selenskyj", sagte Trump.

Nach eigenen Worten rechnet Trump mit einem baldigen Ende des Krieges, den er ursprünglich innerhalb von 24 Stunden beenden wollte. Mit Blick auf Putin und Selenskyj fügte Trump hinzu: "Ich denke, dass beide tatsächlich ein Ende wollen. Aber ich finde es schwieriger, mit Selenskyj zu verhandeln als mit Putin."

Trump verlangte im Newsmax-Interview ein Ende des Blutvergießens auf beiden Seiten. "Ich möchte, dass das aufhört. Ich möchte, dass Selenskyj aufhört, und Putin - jetzt." In der Vergangenheit hat sich die Ukraine immer wieder zu einem Waffenstillstand bereit erklärt, der Kreml lehnte dies ab.

Selenskyj hatte zuvor der "Financial Times" gesagt, die von Trump angekündigte Einstellung der beiderseitigen Angriffe auf Energieinfrastruktur sei für ihn "aufgehoben". Er zog sich damit offiziell aus der von Trump am Sonntag verkündeten "Energie-Waffenruhe" zwischen Kiew und Moskau zurück, über die Selenskyj nach eigenen Angaben nicht vorab informiert worden war. Zwar habe die Ukraine ihre Angriffe auf Ziele der russischen Energieinfrastruktur in den vergangenen Tagen trotz anderslautender Angaben Russlands ausgesetzt, sagte Selenskyj der "Financial Times". Russland griff in der Zeit aber weiterhin ukrainische Energieanlagen an.

Selenskyj fühlt sich von Trump verraten

Selenskyj und Trump sind in den vergangenen Jahren immer wieder aneinandergeraten. Der ukrainische Präsident ließ jüngst erkennen, dass er sich von Trump betrogen fühlt, weil dieser mit dem Kreml die Lieferung von Diesel aus Russland vereinbart hatte - statt wie andere Verbündete stärkeren Druck auf Moskau auszuüben. Russland werde umgehend mehr als 300.000 Tonnen Diesel für die USA und den Weltmarkt zur Verfügung stellen, hatte Trump verkündet. Dafür sollten Sanktionen ausgesetzt werden. "Es ist schade, dass wir einen starken Partner verlieren", sagte Selenskyj dazu im Gespräch mit dem britischen Moderator Piers Morgan..

Die Ukraine ist im Krieg mit Russland auf Hilfe ihrer Verbündeten und insbesondere der USA angewiesen. Dazu zählen Informationen für die Luftabwehr und das Satelliteninternet des US-Unternehmens Starlink, das zum Konzern SpaceX des schwerreichen Technikunternehmers Elon Musk zählt. Zuletzt hatte Selenskyj ausbleibende Geheimdienstinformationen und Einschränkungen bei der Internetversorgung beklagt, die zum Scheitern von ukrainischen Drohneneinsätzen geführt haben sollen.

Russland hat zuletzt Angriffe auf das Land massiv fortgesetzt. Auch tagsüber gehen inzwischen die russischen Drohnenangriffe weiter. Selenskyj sprach von einer "gezielten Eskalation" Russlands nach der Lockerung von Sanktionen durch die USA.

Quelle: ntv.de, ghö/dpa/AFP

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