Mehrere Tote bei ProtestenTrump deutet mögliche Einmischung im Iran an

Im Iran kommt es bei den Protesten gegen schlechte wirtschaftliche Bedingungen zunehmend zu Gewalt. Mehrere Menschen sind Berichten zufolge bereits getötet worden. Die iranische Führung will in den Dialog treten. Ein Onlinebeitrag von US-Präsident Trump lässt aufhorchen. Teheran reagiert.
US-Präsident Donald Trump zeigt Bereitschaft, bei den Protesten im Iran einzugreifen. "Wenn der Iran friedliche Demonstranten erschießt und gewaltsam tötet, wie es seine Gewohnheit ist, werden die Vereinigten Staaten von Amerika ihnen zu Hilfe kommen. Wir stehen Gewehr bei Fuß und sind bereit", schrieb Trump auf seiner Plattform "Truth Social".
Eine Reaktion aus dem Iran folgte prompt. "Wir unterscheiden zwischen der Haltung der protestierenden Ladenbesitzer und den Aktionen störender Akteure, und Trump sollte wissen, dass eine Einmischung der USA in diese innere Angelegenheit die gesamte Region destabilisieren würde", schrieb Ali Laridschani, Generalsekretär des iranischen Sicherheitsrats, auf der Plattform X. Ali Schamchani, ein ranghoher Berater der Staatsführung, warnte ebenfalls auf X: Jede eingreifende Hand, die sich unter dem Vorwand der Sicherheit nähere, werde abgeschnitten.
Bei den seit Tagen andauernden Protesten im Iran wegen der angespannten Wirtschaftslage sind übereinstimmenden Berichten iranischer Medien und von Menschenrechtsgruppen zufolge mehrere Menschen getötet worden. Die halbamtliche Nachrichtenagentur Fars und die Menschenrechtsgruppe Hengaw meldeten Todesfälle in der westiranischen Stadt Lordegan. Hengaw berichtete zudem von einem weiteren Todesfall in der zentralen Provinz Isfahan.
Wie das staatliche Fernsehen am Donnerstag meldete, wurde in der Stadt Kuhdascht in der westiranischen Provinz Lorestan ein Mitglied der paramilitärischen Basidsch-Miliz getötet. Die Revolutionsgarden beschuldigten Demonstranten, für dessen Tod verantwortlich zu sein, während die Menschenrechtsgruppe Hengaw erklärte, der Mann sei ein Demonstrant gewesen und von Sicherheitskräften getötet worden.
Teheran kündigt Dialog an
Die Unruhen hatten am Sonntag mit Protesten von Ladenbesitzern gegen die hohe Inflation und den Verfall der Währung begonnen und sich seitdem im ganzen Land ausgebreitet. Aktivisten zufolge zogen auch am Donnerstag wieder Demonstranten auf die Straßen. Schauplatz war demnach Marwdascht in der südlichen Provinz Fars. Die Aktivisten-Nachrichtenagentur HRANA meldete am späten Mittwochabend, dass es in mehreren Städten ein starkes Aufgebot an Sicherheitskräften gebe. Zum Teil sei es zu Festnahmen, Schießereien und Zusammenstößen gekommen.
Die iranische Regierung kündigte als Reaktion einen Dialog mit Vertretern von Gewerkschaften und Händlern an. Die Unruhen treffen die Führung in Teheran in einer kritischen Phase. Die Wirtschaft des Landes leidet unter der Politik des Regimes, die Inflationsrate liegt über 40 Prozent.